v. DtemoderneKunst vonderZeitLudwig'sXV. bis auf Napoleon I.
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in welchem außer Tcnicrs Jan Wildens aus Antwerpen (1580—1644), auch ein Schüler von Rubens und ein Freund von dessen großem Style, Jodocus de Mompcr, sein Zeitgenosse, Lukas van Uden(1595—1660), Jakob van Artois (geb. 1613), Bonaventura Petcrs(1614—1652), Fransvan Bloeincn (h 1748), Anton Frans Boudewyns u. A. am meisten geleistet und erstaunlichviel geschaffen haben.
Die holländische Schule, deren Anfänge theils bei den Nachfolgern van Eyck's, theils initalienischen Einflüssen zu suchen sind, halte ihre Sitze in mehreren Städten, namentlich in Leyden , Haar-lein, Dclft, Utrecht, Amsterdam und im Haag; sie erfreute sich unter der Gunst der Freiheit aller mög-lichen Förderung und Unterstützung von Seiten der Staatsbeamten und Bürgermeister, reicher Handels-herren und anderer Privatpersonen, besonders aber einer in der That unerhörten Nachfrage. So er-langte sie, wenn auch wohl nur in wenigen Richtungen, einen Grad der Ausbildung, der manche ihrerErzeugnisse ewig nur als wahre Wunderwerke wird erscheinen lasse». Allerdings wurde die Historien-malerei, welche jedenfalls unter den Genres die erste Stelle einnimmt, nur von sehr wenigen mitVorliebe gepflegt, aber mit Vollkommenheit angebaut; eö beschränkte sich die Thätigkeit der meisten Künst-ler auf die Landschast, oder auf das Genre, oder aus das Vieh stück, oder auf daS «still leben,in welchen Nebenfächern die Holländer, freilich erst lange nach den Italienern und den Brabantern, in derSvrgsamkcit, Feinheit und Zartheit der Ausführung und Vollendung es allmälig ganz unglaublich weitgebracht haben. Wie es dahin kam, hat vr. G. F. Waagen mit so wahren und bestimmten Wortenerklärt, daß wir dieselben nur zu den unsern machen können. „Da die religiösen Ansichten der Holländer,"äußert er sich darüber, „die Malerei aus den Kirchen ausschlössen, wendete sich der diesem Volke >o tiefeingepflanzte Kunstsinn mit desto größerem Eifer auf die Darstellung des gewöhnlichen Lebens und derumgebenden Natur. Bei dem mäßigen Umfange der Räume, welche die Privathäuser darboten, durftenaber die Bilder nur von kleinem Umfange sein; bei einem gewissen Wohlstände war endlich der Begehrsehr groß. Die Vereinigung dieser Umstände erzeugte die höchste Blüthe der Genre- und Landschafts-malern in ihren verschiedensten Verzweigungen und in einer äußerst vollendeten, miniaturartigen Technik,welche allen Anforderungen an größter Wahrheit des Einzelnen, wie an den schwierigste» Aufgabe» deSHelldunkels und der Gesammthaliung, in dem seltensten Grade zu genügen wußte." Wir stellen einenMeister voran, welcher, obwohl er der Zeit nach nicht zuerst hervorragte, doch an Reichthum derErfindungsgabe, an Vielseitigkeit des Talentes und an ersprießlichem Fleiße die anderen alle so weithinter sich ließ, daß er ohne Zweifel den ersten Platz verdient, übrigens auch der Gcschichtsmalerci mitgutem Erfolge sich gewidmet hat, nämlich Paul Nein brandt (van Ryn). Der Vater dessel-ben, Hermann Gerrctsz van Ryn, war Besitzer einer zwischen Lcydcrdorp und Koukerck bei Leydenunfern des Rhein gelegene» Mühle, der „RcmbrandtSmühle;^ seine Mutter hieß von Hause auöCornclie Willems van Zuitbrocck. Daselbst gebore» am 15. Juni 1606 wurde Paul völlig nach seinenkundgegebenen Wünschen und Neigungen in Leyden einem Maler zur Unterweisung anvertraut. In Zeitvon drei Jahren machte er Staunk» erregende Fortschritte; sodann erkor er sich des Vaters Haus zur erstenWerkstättc, wo er, während dieser mahlte, mit Eifer malte mitten unter den Bauern, die sich gern alsModelle brauchen ließen; auf diesem Wege erwarb er sich eine bewundernswcrthc Fertigkeit und Meister-schaft, bis er, wokl um 1630, alö der Gatte eines schönen BauernmädchcnS sich in Amsterdam nieder-ließ, wo er nun bei unaufhörlich eingehenden Bestellungen zwar den vornehmen Mann spielte, aber stets
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