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7 (1846) Der Kanton Glarus, historisch-geographisch-statistisch geschildert von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart : ein Hand- und Hausbuch für jedermann / von Oswald Heer und J. J. Blumer-Heer
Entstehung
Seite
51
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n. Abschnitt.

Gebirgskunde.

(Mitgetheilt von Herr» Arnold Escher von der Linth .)

Der Kanton Klarns bildet nebst den angrenzenden Theilen vonSt. Gallen und Graubündcn das Ostende einer von zahlreichen Län-gen- und Querthälern durchzogenen Gebirgsmasse, welche man nachdem höchsten ihrer Gipfel wohl am passendsten F iusteraarh o rn-masse nennt; sie erstreckt sich der Länge nach aus den Umgebungendes Leukerbades bis zum Rheine unterhalb Chnr und noch über diesenhinaus; in der Breite umfaßt sie den ganzen Raum, der zwischendem flachen, hügligen Theile der Schweiz und dem großen Längen-thal liegt, welches das obere WalliS , das Ursern- und Vordcrrhein-thal in sich begreift, Ihre von W,S,W, nach O,N,O, laufende Läu-gcurichtung stinimt übercin mit derjenigen der gesammtcn östlichenAlpen, in denen sie, wie andere ähnliche GcbirgSn,äffen, eine unter-geordnete, aber doch gewissermaßen sclbstständige Stellung einnimmt;ihr aus krystallinischen Felsartcn (sogenannten, Urgebirge) bestehenderKern ist nämlich rings mit einem Saume Versteinerungen führenderSedimentgesteine (d, h, im Wasser abgesetzte Gesteine) umgeben; dermittlere Theil ihres Zuges erreicht eine merklich bedeutendere Höheals ihre beiden Enden, und z,I beiden Seiten i» Nord und in Süd istsie durch die genannten großen Thäler begrenzt. Ein zwar nicht ge-naues, doch annäherndes Bild der Gestaltung einer solchen GebirgS-masie erhält man im Kleinen, wenn eine Wagerecht liegende halbstarreMasse durch einen von unten in einer gewissen Länge wirkenden Druckin die Höhe getrieben wird, bis die Magc zerreißt, wobei Längen-und Oucrfnrchcn entstehen und der Boden an beide» Enden der Län-gcnare sich halbmondförmig emporhebt, Aehnliche halbmondförmigeErhebungen und Vertiefungen zeigen sich deutlich am Welkende unsererGebirgsmasse in den Umgebungen des Leukerbads, ausgezeichneteraber noch an ihrem Ostcnde; so beschreibt das Serufthal fast einenHalbkreis rings nm den Ostabfall des FreibergS; das Serufthalselbst ist im Osten eingefaßt durch Gebirge, welche von der Gegenddes Martinslochs an in halbmondförmiger Biegung durch den Ruchi-und Ricseiengrat, den Spitzmeilcn, den Gulderstock und Fäßis nachdem Schild fortsetzen, der nebst dem Mnrtschcn- und Fronalpstock dieFortsetzung des Glärnisch bildet. Am äußern Abfalle des Ruchi-Schild-Gebirgsstocks finden wir ebenfalls bogenartig gekrümmt das Thal desGunkelspasscs, dessen beide Ende bei Neichenau und Ragatz in dasgroße, halbkreisförmige Thal des Vorderrheins und Walensees aus-

4.