Buch 
Anleitung zur Gestein- und Bodenkunde, oder das wichtigste aus der Mineralogie und Geognosie ... / von F. X. M. Zippe
Entstehung
Seite
172
JPEG-Download
 

172

Charakter desselben hängt von den Mineralien ab, aus derenIndividuen es zusammengesetzt ist, und von der Structur, oderder Art und Weise ihrer Verbindung, welche sich in der Zu-sammensetzung wahrnehmen läßt. Die Kenntnisse der Minera-lien und der Structurverhältnisse sind also die ersten und wich-tigsten Hilfsmittel für die Kenntniß der Gesteine. Das Noth-wendige über diesen Theil der Geognosie ist in den vorherge-henden Abschnitten erörtert worden; hier bleibt uns nur übrig,diese beiden Verhältnisse bei den mancherlei Gesteinen, welcheman für besondere selbstständige Bildungen hält, nach ihrenVerschiedenheiten anzuführen und aus ihnen Unterscheidungsmerk-male für dieselben, so weit es möglich ist, zu entnehmen. Vorhersind aber noch einige, mit der Zusammensetzung und Structurder Gebirgsgesteine in unmittelbarer Verbindung stehende Eigen-thümlichkeiten derselben zu erklären, welche oft wesentlich dazubeitragen, die angeführten Unterscheidungsmerkmale zu verwischenund die darauf gegründete Bestimmung unsicher zu machen.

K. 14S.

Ein Gebirgsgestein, wenn es auch als solches mit einembesondern und bestimmten Namen bezeichnet wird, ist nicht wieeine Gattung des Mineralreiches ein in sich abgeschlossener, nachallen Seiten scharf begrenzter und fest bestimmter Begriff. Aus-gezeichnete Abänderungen von Gesteinen sind an abgeschlagenenBruchstücken oder sogenannten Handstücken, wie man sie fürGesteinsammlungen zusammenträgt, zu erkennen und zu bestim-men ; eine große Menge von Gesteinabänderungen jedoch zeigenihre Unterscheidungsmerkmale nicht mit einer solchen Bestimmtheit,daß man immer mit Zuverlässigkeit angeben oder aus ihrer Be-schaffenheit entnehmen könnte, mit welchem von den für die Be-zeichnung der Gesteine angenommenen Namen man sie belegensolle. Einzelne Bruchstücke von Gesteinen gestatten daher nichtimmer eine Bestimmung oder Benennung; man muß die Massenin ihrem Zusammenhange betrachten und untersuchen, wie sie sichin ihrer Verbreitung verhalten, um Irrthümern auszuweichen.Diese Eigenthümlichkeit der Gebirgsgesteine hängt mit ihrerBildungsweise zusammen, nach welcher verschiedene Massen nichtimmer scharf von einander getrennt und genau begrenzt erschei-