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Zweiter Band.
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Buch III. Italien. XVI. Jahrhundert. Coreggio. § 198.

Wien , zeichnet sich ebenfalls durch die lieblichste kindlichsteAnmuth aus.

§. 198. Coreggio zählt verschiedene Schüler und Nach-folger, welche mit mehr oder weniger Glück in seinemStyle zu malen versuchten. Dahin gehören sein Sohn:Pomponio Allegri , der sich durch eine ziemlich einfacheZeichnung auszeichnet; Francesco Maria Rondani,dem man Ueberfleiss und Kleinlichkeit in den Beiwerkenvorwirft*); Michelangelo Anselmi , der schon unterSodomas Schülern genannt wurde (eine sehr manierirteMadonna mit Heiligen, im LouvTe); Bernardino Gatti ,der eine eigene Süssigkeit des Colorits hervorzubringenwusste; Giorgio Gandini ; Lelio Orsi von Novellara,der für den besten Nachahmer Coreggios gilt, u. a. m.

Grösseren Ruhm als alle diese hat Francesco Maz-zuoli, genannt: il Parmigianino **) erlangt (Sohn desschon genannten Filippo Mazzuoli, eines tüchtigenälteren Malers von Parma . Geboren 1503, gest. 1540).Sein Ruhm datirt aber aus einer Zeit, in welcher dasGefühl für die wahre, naive Schönheit fast ganz erloschenwar. Ich habe bereits beim Coreggio angedeutet, wiegefährlich selbst für diesen Meister seine Richtung war unddass er nicht immer der Gefahr widerstanden hat; beimParmigianino ist dies fast ohne Ausnahme der Fall: dieBeweglichkeit, der lebendige Affekt gehen bei ihm fastüberall in eine unerträgliche Ziererei und in die nüchternsteKoketterie über. Er wird um so widerwärtiger, als erzugleich die edleren Formen der römischen Schule (z. B.des Michelangelo ) und zugleich auch eigne unnatürlichelanggestreckte Verhältnisse seiner Figuren damit zu verbin-

*) Ihm glaubt Waagen (Kunstbl. 1845, No. 3) die kleine heil.Nacht im Berliner Museum zuschreiben zu können. Vgl. S. 17. Anm.

**) P. J. Affö: Vita del pitlore Francesco Mazzolo, detto ilParmigianino. Parma 1784. Umrisse bei Landon: Vies etOeuvres etc.; t. Parmigianino.