267
Theilnahme in den Köpfen der Apostel ist hier sehr glück-lich ausgedrückt. Eine andre Reihe von Bildern aus der 2 .Passionsgeschichte Christi, vom Jahre 1515, in der Schleiss-heimer Galerie, zeigt eine Behandlungsweise, die sich mehrdem Genre anzunähern beginnt. ■— Noch ein bedeutendesWerk Schaflner’s, vom Jahre 1521, befindet sich über dem 3.Hauptaltare des Münsters von Ulm . Die Mitte diesesAltarschmuckes bildet ein Holzschnitzwerk, welches dieheilige Familie darstellt; die Flügel sind Gemälde vonSchaffner’s Hand, auf den inneren Seiten Familiengruppenaus der Verwandtschaft der Maria, auf den Aussenseitenverschiedene Heilige darstellend. Die erstem gehören zuden reichsten und interessantesten Darstellungen der Sipp-schaft Christi; die Mütter sind von derbem, schwäbischemNaturell, die Kinder (lauter künftige Apostel) zum Theilvon reiner Schönheit, spielend, lernend und sich streitend.Der Faltenwurf ist zuweilen noch eckig, aber grossartigund in längeren Massen gehalten. — Eine Anbetung der ).Könige, in der Moritzkapelle zu Nürnberg hat wieder por-traitartige, rundliche, hier selbst etwas starke Köpfe. —Sehr reizend ist eine Tafel mit mehrern auf einer Wiese 5.sitzenden weiblichen Heiligen, in der Sammlung des Dom-herrn v. Hirscher zu Freiburg i. B. Fünf davon sind rei-zende, fröhliche Mädchen; die sechste, eine alte heiligeNonne, scheint ihnen als Aufseherin beigegeben. — Por- 6.traits sind in der BesserePschen Kapelle und in der Sakristeides Ulmer Münsters vorhanden. — Ein sehr vorzüglichesweibliches Bildniss, ohne Zweifel von M. Schaffner, befindet 7.sich (neben andren Werken älterer deutscher Schule) imBesitz des Grafen Leutrum zu Stuttgart . — Andere, min-der bedeutende Bilder in der Augsburger Galerie u. a. a. O. 8.— Das frühste bekannte Werk, eine heil. Familie vom 9 .Jahre 1499, im Belvedere zu Wien . — Ein überaus reiches 10 .und zierliches Rosenkranzbild in der Kirche zu Schwabach scheint ebenfalls von Schaffner herzurühren.
Nur beiläufig erwälmen wir des Hans Schöpfer von