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Zweiter Band.
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§. 340.

Winckelmann ; Oeserj Mengs.

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haft ewige Gehalt seiner Schöpfungen, sowie der Gang derKunst in denselben ungleich klarer dargelegt werden, alsbis jetzt geschehen war. Diess geschah durch JohannWinckelmann (17l7— 68 ). Ohne ein selbstschaffenderKünstler zu sein, wusste er das Wesen der Kunst in sei-nen geheimsten Tiefen zu ergründen; er nahm den Schleierhinweg, welcher die Grösse und Erhabenheit der Muster-werke des classischen Alterthums bisher umhüllt zu habenschien; er leitete ein gedankenvolles Studium der Antikeein, welches den Geschmack wiederum zu reinigen und denSinn zu läutern im Stande war; und wenn seine archäolo-gischen Bemühungen, nach dem gegenwärtigen Stande derWissenschaft, im Einzelnen auch mannigfacher Erweiterun-gen und Berichtigungen bedürftig sind, so werden dochseine von prophetischer Begeisterung erfüllten Worte, dieunsern Augen das innerste Heiligthum der Schönheit er-schlossen haben, noch bis in die fernsten Jahrhundertehinübertönen.

Winckelmann lebte in freundschaftlicher Beziehung zuden vorzüglichsten deutschen Künstlern seiner Zeit, und dasWechselverhältniss zwischen ihnen leitete die Begründungeines reineren Styles in der Malerei ein, wenn es freilichauch erst einer zweiten Generation Vorbehalten blieb, dieLehren des hohen Meisters für die lebendige Ausübung derKunst zu verwirklichen. Gleichzeitig mit jenen erwachteauch ein, zum Theil mehr unabhängiges naturalistischesStreben, eine freiere Beobachtung der Formen des Lebens,die nicht minder von günstiger Einwirkung auf die Entwik-kelung der Kunst war; ausserdem machte sich bei dieserersten Generation noch ein freierer Eklekticismus geltend,welcher ausser der Antike auch einzelne grosse Meisterder neuern Zeit als Vorbilder anerkannte. — Winckel-mann’s höhere Bildung, ehe er nach Italien ging, gehörtDresden an, welcher Ort damals den Vorrang in den künst-lerischen Angelegenheiten Deutschlands behauptete und zudem auch die bedeutendsten seiner Zeitgenossen (wie der