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lebhaft für ein Denkmal Friedrichs des Großen interessirte, ließ er Herrn Schadow nach Stock-holm und Peccrsburg reisen, um sich daselbst mit großen Gnßarbeiten bekannt zu machen. DieBekanntschaft mit Sergcl in Stockholm , mit Eateclou in Petersburg , waren in dieser Hinsichtsehr unterrichtend.
Nach seiner Rückkehr führte Schadow zuerst die kolossale Statue des Generals von Zietenaus, der unter den andern Helden des siebenjährigen Krieges auf dem Wilhclmsplatz« in Berlin «ine angemessene Stelle gefunden hat. Das Fnßgestett ist mit 3 Basreliefs , Kriegsfcencn, ver-ziert. — Eine gefälligere Aufgabe war die Gruppe der Kronprinzessin und ihrer Schwester, derPrinzessin Louise, welche Schadow zuerst in Gips 1795 auf der Kunstausstellung der Akademieausstellte und hernach in Marmor ausführte. Beide Fürstinnen, in denen man die Göttinnender Schönheit und Grazie zu erblicken glaubt, sind in traulichem Vereine zusammengestellt: unddaß das Publikum sich so sehr daran erfreute, mußte dem Künstler das erfreulichste Zeugnißsein; denn je mehr man die liebenswürdigen Fürstinnen verehrte, desto strengere Anforderungenmachte man an den Künstler, der sie nachzubilden unternahm. Diese Gruppe ist spater in demKönigl. Schlosse in Berlin aufgestellt worden.
Im grellsten Eonkrnste mit diesen idealen Gestalten, war die Ausgnde, die setzt unserm Künst-ler gestellt wurde, die nämlich: den Fürsten Leopold von Dessau in dem strengen Soldaten-Costümseiner Zeit in Marmor auszuführen. Machen wir bei einem Denkmale nur die Anforderung, daßes ein historisches Denkmal und nicht zugleich ein Kunstdenkmal fein soll, so hat sich der Künst-ler allerdings streng an das Portrait und das Costüm des Mannes, den er darstellt, zu halten,und in dieser Hinsicht hat Schadow ein sehr treues und charakteristisches Bild jenes alten, be-rühmten und um das preußische Heer hochverdienten Feldherrn und Exercier -Meisters gegeben.Dieselben Ansichten bestimmten den Künstler auch Friedrichs II. Standbild, welches die Pommerndem großen Könige zu Ehren, in Stettin aufstellen ließen, in dem ihm eigenen Costüm zu arbei-ten. Zwar hat er ihm den Königsmantcl umgehangen, allein den Zopf, dreicckigten Hut u. s. w.gelassen; ein Beispiel, wie bedenklich es ist, die großen, welthistorischen Menschen, wenn sie, zu-mal wie Friedrich, ihren Ruhm nicht allein auf dem Schlachtfelde, sondern zugleich in dem Ca-binet, in der Wissenschaft und Kunst haben, in der beschrankten Weife darzustellen, die ihnen Ort,Zeit und sogar die Mode anweiset, anstatt sie in ihrer allgemeinen Bedeutung aufzufassen, siedadurch zu ehren, daß man. sie als Kunstwerke behandelt, und das Unschöne und Geschmacklosevon ihnen entfernt. — Ein Zweites vaterländisches Denkmal führte Schadow 1799 für Bres-lau aus; es ist das Denkmal des Generals Tauenzicn in. Marmor, nach einem Entwurf von Lang-hans. Von den Privatdenkmalern, die in großer Anzahl in Schadow's Werkstatt gearbeitet> wurden, erwähnen wir nur das des Banquier von Schütz in Schöneiche (i8oo), des Staatsmini-sters Grafen von Arnim in Doizenburg (i802) und des Herrn von Grünfeld zu Lehnhaus inSchlesien (1804). Von den öffentlichen Denkmälern aus jener früheren Zeit nennen wir: dieBasreliefs an dem Münzgebaude in Berlin , von iis Fuß Lange und 5 Fuß 3 Zoll Höhe, aufdenen die Förderung der Erze zur Münze und der weitere Gang des geprägten Geldes in Alle-gorien und Scenen aus der wirklichen Welt vorgestellt sind. Schadow führte diese Arbeit nach