den Entwürfen von Gilly und Genz in Sandstem aus, den «ran mit Brönzefarbe übertünchtha^
Die Verzeichnisse der Berliner Kunstausstellungen seit 1787 beweisen die unausgesetzte Tha-.takelt Schadow's; keine Ausstellung ging vorüber, ohne daß nicht von ihm einige ausgeführteSkizzen und Modelle darauf erschienen wären. Sein glückliches Talent, die Natur treu aufzufas-sen, kam ihm besonders bei Portraits zu statten; von ihm wurden Wieland, Klopstock, Kant,Johannes von Müller , Leibnitz , Iffiand, Bode, Handel, Grann und noch viele Büsten ausge-zeichneter Männer — mehrere davon im Auftrage des Kronprinzen von Baiern — gearbeitet.
Wenn die genannten Denkmäler schon hinreichend wären, Schadow's Namen bei der Nach-welt ein rühmliches Andenken zu sichern, so sind es doch vornehmlich die beiden kolossalen, inErz gegossenen Statuen des Feldmarschalls Fürsten Blücher von Wahlstatt und des 1 ). M. Lu-thers, durch die er feine Kunst verewigt hat. Blüchers Statue ward 1814 von seinen Landslcu-ten, den Mecklenburgern, bestellt und 18 tZ in Rostock aufgerichtet. Die frühern Erfahrungenhatten Hrn. Schadow überzeugt, daß das Charakteristische seines Helden nicht verloren gehenwerde, wenn er sich auch in der Kleidung nicht streng an das militärische Kostüm halte. Nachdem Wunsche der Gründer des Denkmals reiste Schadow im Jan. isi 6 nach Weimar zu Göthe ,um sich mit diesem über Entwurf, Anordnung und Ausführung der Statue, und der Basreliefs,mit denen das Fußgesiell bekleidet werden sollte, zu besprechen. Fürst Blücher ist als „derMarschall Vorwärts" vorgestellt, mit raschem Schritt vorwärtsschreitend. Die Reliefs be-ziehen sich auf die beiden letzten großen Tage des Helden, die erste auf den 16. Juni 1815 , wo«r unter dem Rosse liegt, in großer Gefahr von Feinden umringt; die zweite auf den 18. Juni,den Tag vor Helle Allianee, an dem er von der Victoria den letzten Siegeskranz empfing. Ge-deutet «erden die Reliefs durch folgende, von Göthe hinzugefügte Zeilen;
„In Harren und Krieg,
In Sturz und Sieg,
Bewußt und groß,
So riß er unsVom Feinde los."
Eine nähere Beschreibung des Denkmals hak Hr. Schadow in einer kleinen Schrift; „Ueberdas Denkmal des Fürsten Blücher von Wahlsiatt" gegeben. Auch Göthe hat in den Heften„Ueber Kunst und Alterthum" Bericht über seine Theilnahme bei diesem Werke erstattet. Kaumwar die Statue Blüchers aufgestellt, so ward die, seit vielen Jahren schon gehegte, und mitBeharrlichkeit festgehalten« Idee, dem großen Kirchen- und Geistes-Reformator Luther , ein wür-diges Denkmal zu schassen, zur Wirklichkeit. — Hierüber ist am gehörigen Orte bei der Beschrei-bung des Denkmales gesprochen worden. —
stillere Wirken Schadow's als Lehrer in seiner Werkstatt, und in den Classen der Aka-demie, und als Direktor dieser Anstalt, welches Amt ihm seit 1815 , nach dem Tode des HerrnFrisch, übertragen wurde» wird von der großen Anzahl der Schüler, die in ihm außer dem treff-lichen Lehrer auch den väterlichen Freund finden, dankbar anerkannt und die Wirksamkeit des
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