Vorrede.
IVeine Klasse der antiken Bildwerke hat in unsern Zei-ten sich nianigfalliger und massenhafter vermehrt alsdie gemalten Thongefässe, deren so wunderbar vielewunderbar in Gräbern der Todten erhalten, an dasLicht gezogen worden sind. Eine vor einundvierzigJahren geschriebene kurze Schilderung kann den Con-trast des damaligen Standes der Vasengelehrsamkeit mitden Fortschritten dieses besondern Studiums und mit derjetzt darin herrschenden ausgebreiteten Thätigkeit Ken-nern leicht vergegenwärtigen *). Im Verhältnis zu die-
*) Einleitung meiner Anzeige der Schrift des AbbateLanzi de’ vasi anticbi dipinti 1806 in den Heidelberger Jahr-büchern der Litter. für Philologie u. s. w. 1810 S. 19—23.Die Vasengemälde sind gegen die andern Zweige der Archäo-logie unstreitig sehr vernachlässigt worden, die ausser ihrfast alle gute Pfleger fanden. Der Grund davon liegt wohlin mancherlei abschreckenden Schwierigkeiten kleinlicher Art,zum Theil in dein offenbar nicht durchgängig so ernsthaftenund steten Zweck und Stil der Vasendarstellungen als der imMarmor, auf Münzen u. s. w. sich ankiindigt, zum Theil viel-leicht darin dass die besten Originale nicht in Rom , sondernan Orten sind die die Alterthümer bis jetzt mehr zu flüchti-ger Unterhaltung lieber als zu innigem Verständniss nutzen.Die Dunkelheit der Gegenstände, die nach Lauzis einseitigerAuffassung (in der Zuschrift) sich von der frühen Zeit her-scltreiben soll da Zeuxis (Quint. 12, 10) noch nicht jedem