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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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69
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Helios und Selene geführt von dem Licht-Pan. 69

mit kleinen Strahlen umher. Das eine Horn dieses Mönd-chens erscheint vor dem Diadem, das andre hinter demsel-ben. Auch sie beugt sich vorwärts wie der Begleiter, nochmehr als er, gegen den sie das Haupt erhebend hinauf-schaut, indem sein Kopf etwas höher steht, und streckt dieHände aus, um sich auf den erhüheten Kreis des Wagenszu stützen. Der Jüngling von athletischer Gestalt, mit zweihohen Geishörnern, hat netzförmige Kothurnen von rollierFarbe. Er trägt einen grossen nach unten gewandten Stock,an dessen unterem Tlieil fünf angezündete Fackeln befestigtsind, in Gestalt eines Sterns zusammengesetzt: die Flammender Fackeln sind weiss. ln Anmerkungen zu WinkelmannsDenkmälern bemerkt Zoega noch dass der Wagen der bei-den Lichtwesen nicht auf der Barke stehe, sondern darüberweggehe, anspielend auf den Aufgang der Gestirne über demOcean. Auch deutet er hier die fünf Lichter der Fackelnoch besonders auf die fünf Planeten; den Pan nennt erwiederholt Genius des Lichts, Titan oder Ztvg ö xegaoir,?die Figur auf der andern Seite Korybas, der die Finsternisseund die Eklipsen vertreibe, den Genius des Windes, der dieLuft reinige.

Zoega scheint bei seiner Vermuthung keine Stellen derAlten, aus welchen die Vorstellung des Künstlers sich ab-leiten lässt, gegenwärtig gehabt zu haben. Doch finden wirdasselbe Bild auch in der Sprache älterer Philosophen. NachHerakleitos schweben Sonne, Mond und Sterne in ihremÜbergang aus dem Meer, wiedergesammelt aus der Ver-dunstung, in Nachen durch das nsgieyov und Stobäus nenntdanach den Helios selbst, freilich unbestimmt oder unbehol-fen, nachenartig, cxct(poetd>;s 3 4 )- Die Pythagoreer nanntendas fünfte Wesen oder das himmlische Element, den ÄtherLastschiff der Sphäre, o'Aaag + ). Die erhabenen Tropen die

3) Sclileicrmachers Heraklil in F. A. Wolf Mus. der Alterlhums-wiss. I S. 398 f. fWerke, zur Pliitos. II, 57).

4) Böckhs Philolaos S. 161 f.