94 Der Ehebund der Persephone mit dem Pluton.
im Fliehen sich um und antwortet, wie die Bewegung derHände, besonders der rechten ausdrückt,, dem ihr nachru-fenden Pluton, dessen linke Hand ihn als sprechend bezeich-net. Wenn auf dem Boden einer Kylix im Museum Grego-rianum (83, 2) Hades die Persephone auf seinen Armen da-von trägt, wo auf den Seiten die Vorstellung des thronen-den Hades mit zwei Jünglingen die ihm einen Kranz undeine grosse Granate, durch die er siegen wird, darreichen,wiederholt ist, so hat hier der Maler einen vorhergehendenAugenblick darzustellen vorgezogen 2 ). Pluton ist bezeich-net durch einen Zweizack, der auf den Dreizack des Posei-don Bezug zu haben scheint: denn an die Lanze schliesstsich auf der einen Seite eine etwas geschweifte Spitze, dieauf der andern wiederholt den Trident in seiner zierliche-ren Gestalt darstellen würde. Dass Pluton hier gemeint sey,scheint mir durch die zusammenhängenden drei Vorstellun-gen der Kylix so ausgemacht dass durch sie nun zuerst diessAttribut des Pluton auf bedeutsame Art und recht entschie-den festgestellt wird. Dass der Zweizack in dieser Formzu keinem Gebrauch im wirklichen Leben dienen könnte 3 ),oder keinem solchen nachgebildet sey, also auch eine vondieser Seite entlehnte metaphorische Bedeutung nicht habenkönne, scheint mir klar. Hiernach aber wird er einer Er-klärung zu Hülfe kommen die wir ohnehin durch die Un-tauglichkeit der andern bekannten Deutungen fast gedrungenwerden anzunehmen, der Beziehung nemlich des Dreizacks
2) So ist sehr häufig das Bild der Eos die den Kephalos ver-folgt, in Athen aber war nach Pausanias 1, 3, 1 eine Gruppe He-Inera d. i. Eos den Kephalos davontragend ( (fitjovaa ) , wie auch ver-muthlich am Kasten des Kypselos nach demselben III, 18, 7.
3) Als Jt'xfAl«, oder als J ixQooq aydtt; Schol. Pind. Nem.
VI, 85. Schol. Iliad. XVI, 142. Eine zweispitzige Gabel bat in einerBacchischen Vorstellung „eine mehr bäurische als satyreske Figur— eher ein Geräth der Feldarbeit als eine Bacchiscbc Waffe.” Ger-hard Neuerworbene Denkm. 1836 S. 53 N. 1625. Vgl. unten überdie Paliben Not. 22.