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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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98
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98 Der Ehebund der Persephone mit dem Pluton.

zuerst noch vergeblich ausgesandt worden war, um Deme-ter zu versöhnen, steht darum jetzt hinter ihr, Schale undKanne in Händen, zugleich als Friedensbotin und als Schen-kin; neben ihr Hekate, mit zwei Fackeln, die öfter, so wieim Hymnus (438), in dieser Gesellschaft in Vasenbildern er-scheint. Der gewappnete Mann im Waffenschmuck am an-dern Ende, der ebenfalls die Schale hinhält, bereit dieseSpende zu trinken (oTioi'd«? ntvtiv), den neuen Bund mitzu-feiern, kann nur der König seyn, welchen Demeter begna-digt, und vermulhlich ist die Figur zwischen Demeter undIris als die Königin gedacht, die dem Tempel der Göttin sichschon genaht hat und ebenfalls ihre Schale froh hinreicht.Diese Schalen der Spende in vier Händen heben den Haupt-gedanken des Bildes auf allen Punkten merklich hervor, wiedenn überhaupt ein guter Zusammenhang in der Composi-tion, eine schöne ideelle Einheit nicht zu verkennen seynmöchte. Wenn dem Triptolemos in manchen Vasenbildcrndie Schale in die Hand gegeben ist, welche Demeter ihmfüllt, so hat diess eine andere Bedeutung, die des Abschieds-trunks zur Reise oder einer Libation die aus Frömmigkeitvor einem grossen Unternehmen dargebracht wird.

Es kann auffallend scheinen dass nach dieser Erklärungein Sterblicher, der König von Eleusis und, wie wir anneh-men, auch die Königin mit Göttern in demselben Bilde ver-einigt sind. Aber da Zeus auf der entgegengesetzten Seileoffenbar im Olymp zu denken ist während Demeter sich nochin ihrem Tempel zu Eleusis befindet, so dürfen wir auch aufder anderen Seite den Keleos als getrennt von den Götternin einem dritten Tlieil des Gemäldes, also in seinem Hausin Eleusis denken. Und wie sich, wenn wir diese drei Ab-theilungen annehmen, an den Zeus noch die nach seinemWillen aus dem Hades entlassene Kora mit ihrer Begleiterinschon auf dem Weg, schon ankommend anschliesst, so wür-den wir uns Metaneira vorstellen als vorangeeilt zu demTempel der Demeter. Dieser ist durch die beiden Säulenbezeichnet; im Hymnus sitzt Demeter jetzt in dem Tempel