Der Ehebund der Persephone mit dem Pluton. 99
(i'vdo&i 355), jetzt davor ( nQonccgot&e 385). Dass sie ih-res Wagens statt Sitzes sich bedient, ist ganz sinnreich: wieder Wagen an sich zum Sessel nicht unbequem ist, so könntekein Thron der Demeter grössere Würde verleihen, da dergeflügelte Wagen zugleich ihr Wesen, die über den Erdbo-den verbreitete Wohlthat des Ackerbaues ausdrückt. Esversteht sich von selbst dass eine Gottheit auf ihrem Flü-gelwagen nicht wider ihren Willen fortgerissen wird, sowenig als der Vogel von seinen Flügeln; sondern dass sienach Belieben auch zur Stelle hält, wie es ja auch Tripto-lomos auf dem Flügelwagen noch thut, so lange Demeter zuihm spricht. Scheinbare Widersprüche solcher Art beachtetin ihrem Fluge die freie Griechische Einbildungskraft derKünstler nicht. [Übrigens ist die durch den Namen ver-bürgte Anwesenheit der Könige bei der Verleihung der Äh-ren an Triptolemos Beweis dafür dass Keleos und Metaneiraauch bei der Stiftung der höheren Weihen, die nun beson-ders die Frauen angiengen, mitten unter den Göttern ge-malt werden konnten. Hier dient nemlich das unvergleich-liche Vasengemälde in Palermo , in guter Zeichnung her-ausgegeben von Rafael Politi, Cinque Vasi di premio 1841tav. 7 (ßlite ceramogr. T. 3 pl. 62). Hier stehen HIF1I10 -002 und KEAEO, in lange Mäntel eingehüllt, bekränztund besceptert, jener hinter der 4>ERE$A2A, dieser hin-ter der AEMETER, während diese, Ähren in Händen, demTRI11TO AE MO 2 den Abschiedstrunk auf die Reise ein-giesst und auch ihre Tochter hinter ihm eine Trinkschalehält: Ähren hat auch sie in der andern Hand und Ährenschmücken oben den Stab des Triptolemos]. Es ist möglichdass der Maler unserer Kylix diess Ganze aus figurenrei-cheren, in mehreren Scenen gesonderten Darstellungen anTempelwänden ins Enge gezogen und in diese Einheit zu-sammengefügt hat. Aber denkbar ist mir auch dass dieComposition in so alterthümlichem Geist, in dieser frommenEinfalt und dieser des Stoffs oder Sinnes so viel in abkür-zender, andeutender Art umfassenden Darstellungsweise so
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