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Die Unterwelt
den. Überraschen könnte es nicht wenn die ÜberlieferungPersonen und Gruppen aus der Lesche zu Delphi bis nachApulien und Basilicata getragen hätte, und wir sehen jetztin Avellinos Bullettino von Neapel (Taf. 5) von einer Vaseaus Pisticci in Basilicata den Odysseus, der nach geschlach-teten Stären den Schatten des Tiresias vor sich aufsteigenlässt, nebst den beiden Begleitern die das Opferthier her-beigeschleppt haben, wie es Polygnot gemalt halte, und diessin so grossarliger unvergleichlicher Composition dass manum so lieber das Ganze im Wesentlichen auf ihn zurück-führen möchte. Dort kommt freilich auch Orpheus zuerstunter den Personen des Hades vor, Orpheus den wir nichtso gar lange vorher von Ibykos zuerst genannt finden. Aber,wie in der Nekyia der Minyas Thamyras und Amphion bü—ssen für ihren Übermuth, so leidet auch bei Polygnot Tha-myras fort für seine Thorheit und Orpheus trauert vermuth -lich über die Unvorsichtigkeit wodurch er seine Eurydikeverlor, und ich halte es nicht verträglich mit den Wortendes Pausanias und mit dem Zusammenhang des Ganzen,was von Müller behauptet worden ist, dass Orpheus hierschon im Sinne der Orphiker zu fassen und seiner Musikbesondere Wirkung auf die anwesenden Heroen zuzuschrei-ben sey. Ein ganz anderer ist demnach der Orpheus unsrerweit späteren Vasengemälde. Diese haben durch ihn, dochnicht allein durch ihn ihre Hauptbeziehung auf die Myste-rien und auf die Menschheit, nach einer freien und origi-nalen Erfindung und Zusammensetzung die von der Polygno-tischen nicht im Mindesten abhängig ist. Polygnot hingegenschloss sich an das Epos an; er verband mit dem was eraus der Odyssee beibehält, Einzelnes aus den Nekyien derMinyas, der Nosten und vielleicht andern die uns unbekanntsind; nahm manche Personen aus Rücksicht auf den Ort,nach den Verhältnissen der Gegenwart einige Arten vonVerbrechen und, wiewohl nur bescheiden und nicht hervor-stechend, den Unterschied zwischen Geweihten und Profanenhinzu. In diesem Betracht unterscheidet sich meine Ansicht