Boreas und Oreilhyia.
171
Zweifel diese Laute nicht ganz weg, aber sie wurden nichtvoll ausgeschrieben oder erhielten in Verbindung mit demfolgenden Buchstaben einen so leisen und eigenthümlicbenAusdruck dass der Schreiber diesen lieber ganz ausliessals durch einen vollen Buchstaben etwas Andres als diewirkliche Aussprache setzen mochte. Diess wird einiger-massen die Formen der Namen Erechtheus und Kekrops aufunsrer Vase erklären und besonders von dem ersten denSchein des Dorismus entfernen. Der Name ist
bis jetzt unerklärbar, und diess um so mehr als bei einemin der bekannten Sprache nicht füglich nachzuweisenden Na-men und der sich an keinen andern, an kein bekanntesYerhältniss anschliesst, an der Richtigkeit und der Vollstän-digkeit der Schrift vorläufig zu zweifeln erlaubt ist. AlsEmendation liegt am nächsten Kaq.vue- Sonst wird ”Ayqav-kos als Weib des Kekrops genannt; in einer jüngeren undunbedeutenden Sage bei Apollodor , die einen zweiten Ke-krops ausscheidet, Metiadusa.
In der Zusammenstellung der Figuren fällt sogleich aufdass wir zwei Gemälde, zwei Scenen zu unterscheiden haben G5 ).Wäre die Composition nur eine, so müsste nach der allge-meinsten Übereinstimmung der Vasen und der Reliefe dieGruppe des Boreas und der Oreilhyia, die nicht bloss inmythischer, sondern auch in malerischer Hinsicht die Haupt-sache ist, die Mitte einnehmen und die andern Figuren zudrei und drei auf die Seiten vertheilt seyn. Beide Vorstel-lungen sind durch den Ort und die Zeit geschieden: woOreithyia geraubt wurde, da war nicht Erechtheus. Dieserist vielmehr zu denken mit Kekrops im Königshaus, auf derBurg, wo die Familie zusammen wohnt. Durch diese Son-