Boreas und Oreithyia.
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ausgestreckten Hände hin und bis zu den Füssen bedeckt,so dass er die mehr verwundert als erschreckt sich nachihm umblickende Oreithyia nicht einmal fassen könnte wennauch die Hände dieser frostigen und durch ihre ganz eigen-thümliche kleine Krone so feierlichen Majestät sie erreichthätten. Diese Figur ist demnach eine vollständige Parodieauf den Boreas. Ehen so vermummt, beide Arme schönvom Mantel bedeckt, sind die drei weiblichen Figuren, nurdass die vordere den rechten Arm heraus streckt und demBoreas gravitätisch Vorstellungen oder Vorwürfe macht.
12. Komisch behandelt ist der Gegenstand auch an ei-nem Gefäss welches Gerhard 1828 in Nola in der Calefalti—sehen Sammlung zeichnen liess, jetzt in dessen Archäol.Zeit. 1845 Taf. 31 S. 97: komisch, so ungeheuer sind dieSprünge womit Boreas, der mit eben so ungeheuren Schwin-gen versehen ist, an den Füssen aber keine hat, der Orei-thyia nachsetzt, obgleich sie, welche sich nach ihm um-blickt, sich gar nicht übereilt und ihrer ganzen Haltung nacheher ihren Scherz mit ihm zu treiben scheint. Diess wirdzur Gewissheit wenn man bemerkt dass sie auf beiden aus-gestreckten Händen eine deutlich gezeichnete Feige hält,die sie auf der dem Boreas zugewandten Seite ihm gera-dezu hinreicht, eine Frucht also die eine gewisse besondreBedeutung im Griechischen mit einer Italienischen desselbenWortes gemein hat. Also ein sehr freier Scherz.
Diess führt darauf dass auch das auf derselben Tafelabgebildete Seitenstück (Seitenstück nicht als Gefäss, sondernals Gemälde) aus derselben Sammlung als ein heitrer Ein-fall aufzufassen seyn möchte. Ein jugendlicher und be-kränzter Windgott verfolgt hier, nicht heftig, sondern ruhigund unter Zureden eine in Sprüngen vor ihm hereilendeSchöne. Dass diese ganz eingehüllt ist, macht das Gegen-theil aus von der sicheren Chloris welcher als Braut desZephyros Eros das Gewand abzieht in einem PompejischenGemälde (Annali d. I. a. T. t tav. D). Da aber kein andrerMythus der Art gerade von Zephyros bekannt noch auch