Buch 
3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
Entstehung
Seite
198
JPEG-Download
 

198

Prometheus.

gestreckten Armen über den Händen angefesselt; der Geier,der sich aus der Höhe auf ihn stürzt, ist noch entfernt:eine Fackel unter dem Prometheus liegend, deutet sein Ver-gehen an. Mit dem Rücken nach ihm sitzt, nach vollbrach-tem Werk, Vulcan, mit der Mütze bedeckt, den Hammer inder Rechten aufgeslützt. Vor ihm sind fünf flehende Okea-niden, zwei knieend, wovon die vordere Vulkans Knie um-fasst, die andre sprechend, indem sie beide Arme erhebt,zwei stehen mit erhobenem rechtem Arm, die hinterste stehtunbewegt, ohne Handlung, vor ihr ist ein Delphin. Einespätere und nicht sehr bedeutende Composition.

Dann befindet sich Prometheus unter den bunt gemisch-ten, durchaus skizzenhaft und flüchtig ausgeführten, aber zumTheil auf alte berühmte Typen zurückgehenden Gemäldeneines im Frühjahr 1838 in der Villa Pamfili zu Rom ent-deckten Columbarium . Zeichnungen dieser Bilder liess so-wohl die Familie machen als die Regierung: doch sind keinevon beiden, wie die Absicht war, publicirt worden. EineCopie davon ist in München in den vereinigten Sammlungen.An den gefesselten Prometheus (hoch gegen 1 Palm, dieBreite ungefähr das Vierfache) stösst der Tod der Niobiden,beide Bilder wie zu einem Ganzen vereinigt; denn wäh-rend sie auf der äusseren Seite bestimmt begrenzt sind, fin-det sich wo die beiden Darstellungen zusammenstossen keineLinie, welche sie für das Auge sonderte. Dem Beschauerzur Linken sieht man auf einer Burghöhe Prometheus , halbliegend, die Arme ausgebreitet, den rechten Fuss ausge-streckt, den linken angezogen. An seiner rechten Seite un-ter der rechten Brust nagt der Adler. Am Fusse des Ber-ges steht Herakles dem angeschmiedeten Titaniden gegenübermit gespanntem Bogen, den Köcher an der Seite. Seinenrechten Fuss stützt er auf ein Felsstück. Hinter ihm Pal-las, höher von Gestalt, die Rechte hat sie schirmend überdas Haupt des Hercules hinaus gestreckt, auf Prometheus deutend. Sie hat den Helm auf dem Haupte, den runden