Herakles gegen drei Göller kämpfend. 293
S. 1196. Ich will zuerst auf Jahns Einwendungen gegenmeine Erklärung erwiedern. Es war ein unglücklicher Ge-danke von mir die Athene hier einzumischen, die man frei-lich an den Kämpfen des Herakles sonst immer Theil neh-men sieht. Auch habe ich den Poseidon und den Hadesverwechselt. Neben Poseidon ist Amphitrite , charakteristischmit entblöster Brust, neben Hades aber Persephone: Hades hat nicht, wie sonst öfter, einen Stab, sondern, wie eben sooft, seinen Königsscepter; und vollkommen schicklich istdiesem Paar Hermes beigegeben. Ein Grund aber „warumPoseidon statt des Dreizacks den Scepter hatte, gerade hierwo er im Kampfe seine Waffe nöthig hat“, ist allerdingsdenkbar. Denn den Kampf überlassen Poseidon und Hadesdem Apollon, sie selbst drücken vielmehr durch ihr abge-wandtes Gesicht Furcht aus vor dem Pfeile des Herakles,gegen dessen weitfliegende Pfeile sie in der That wehrlossind: hierdurch wird die Verherrlichung des Herakles, worindie Maler wetteifern, auf die Spitze getrieben. Poseidon aber hält nicht einen Scepter, sondern was ihn gerade be-stimmt bezeichnet, einen jungen Fichtenstamm, eben so wiein Millingens Peintures pl. 25. Ich sehe nicht dass „derangebliche Hades, der sonst als der wichtigste Kämpfer ge-nannt wird (eigentlich Poseidon ), offenbar friedlich, vermit-telnd zwischen den Kämpfern steht und Poseidon (Hades)vom Streit abgekehrt, sich offenbar mit Hermes beschäftigt.“Ein Irrthum ist es der Rückseite eine Gruppe von drei Fi-guren zu geben: alle acht Figuren ziehen in einer Reihesich um das seltsame dickbauchige Gefäss herum, welchesbei Thiersch Taf. 5 von beiden Seiten abgebildet ist. NachJahn würde Marpessa neben Idas stehn, dann irgend einSterblicher folgen der zu ihm Bezug hätte, zwischen Apol-lon und Hermes Zeus und Here stehen.
Was ich nun gegen diese Deutung anzuführen habe,ist wenig und einfach, aber meinem mythologischen Gefühlnach entscheidend. Nicht von einem Kampfe des Idas mitApollon spricht die Ilias (9 , 557 s.), es heisst, Idas ergriff