296 Herakles gegen drei Göller kämpfend.
in seiner Mimica denkt (p. 50). Winkend (dem Zeus ) istdie Geberde der Persephone so wenig wie die des Posei-don begütigend.
Sehr richtig macht Jahn aufmerksam auf die auffal-lende Symmetrie in der Gruppirung wie in der Bewegungder einzelnen Figuren, die gleichmässige etwas geneigteHaltung der Köpfe (die zwar bei Poseidon, Hades, Per-sephone ihren besondern Grund hat und auch eigentlichnur bei ihnen statt findet), auf die feierliche Würde in Be-wegungen und Geberden, „den lebendigen und kräftigenAusdruck der Handlung, wie er sich in dem mächtigenSchreiten der Kämpfenden fast gewaltsam äussert, etwasGemessenes, Pathetisches beimischt. Damit vereint sich,fährt er fort, ein Streben nach Zierlichkeit, das sich in dersorgsamen Anordnung des Haars, dem reichen Schmuck —die Frauen haben alle Ohrringe und Armbänder — den präch-tigen, in viele symmetrisch gelegten Falten geordneten Ge-wändern ausspricht.“ Aber es reicht mir nicht aus waser hinzufügt: „Alles das sind Züge einer Kunstübung wel-che noch durch eine gewisse Strenge ihre Freiheit vor derWillkür zu bewahren strebte.“ Sondern ich komme aufdie früher ausgesprochene Vermuthung zurück dass eineArt von orchestischem Festmimus, aufgeführt von den vor-nehmsten Personen der Stadt, auf den sanften Charakterder Darstellung, den gedämpften Ausdruck eines Kampfs Ein-fluss gehabt zu haben scheine. Dieses Vorbild pantomimi-schen, freilich, da Götter aufgeführt werden, sehr einfachenund ruhigen Tanzes, „mimischer Tanzattitüden“ erkennt auchA. Feuerbach an, der übrigens an den Gigantenkampf undan eine fliehende Juno glaubt, in seinem Vatic. Apollo 1833S. 393. Besonders dass die Frauen des Poseidon und Ha-des der Schwester des Apollon hinzugefügt sind, hat my-thisch keine Bedeutung, sondern geht allein aus theatra-lisch-malerischen Motiven hervor: dass dem Apollon Ar-temis zur Seite steht, ist als scheinbarer Anlass benutzt.Ob darauf die Bemerkung des Athenäus (14 p. 629 b) dass