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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Iason der Drachentöder.

nach der malerischen Schönheit und Wirkung auf das Feinstebehandelt hat. Das Schwerdteinstecken bedeutet die voll-brachte Siegesarbeit: die Stellung dabei in dem im Tod ge-öffneten Rachen des Thiers, dass sie im Augenblick und mitkaltem Blut, ohne dem Helden einen Schauder zurückzulas-sen vollbracht ist: der Charakterausdruck wird auf dieseArt gesteigert.

Zu bemerken ist dass von den spätem Vasenmalern sowie andern Künstlern vor dieser mystischen und phantasti-schen Art den Drachenkampf des Iason darzustellen die äl-tere, einfachere, wobei Medea mit ihrer Zauberei beisteht,vorgezogen worden zu seyn scheint. In Vasengemälden führtIason das Schwerdt gegen den aufgeringelten oder um einenBaum geschlungnen Drachen in Millingens Peintures de Va-ses pl. 6, in denen von Dubois Maisonneuve pl. 44 (AnnaliT. 20 tav. 9), an einer sehr ansehnlichen in den Mon. d. I.T. 5 tav. 12, an einer im Burbonischen Museum (NeapelsAnt. Bildw. S. 326).

Ausschweifend, obwohl nicht ohne Geist ist die Zeich-nung eines Etrurischen Spiegels (bei Gerhard Th. 2. Taf. 238),wo Iason gewiss nicht aus dem Drachen hervorgeht, son-dern dieser den Iason als seine Beute anfällt und dem An-schein nach ein Bein von ihm verschlungen hat *).

Nach einer mittelalterlichen Sage von Baitram und Sin-tram oder Sintram und Dietrich von Bern wird der erstevom Drachen verschlungen und durch den andern wiederaus ihm befreit. In Basel sah ich diess abgebildet an einemSäulencapitell des Münsterchors aus dem Anfänge des zwölf-ten Jahrhunderts **).

®) C. Th. Pyl de Medeae Tabula Berol. 1850 p. 41. E. BraunOreste specchio Elr. Roma 1841 p. 9: Vediamo un dragone chesi slancia contro un nudo atlela, il quäle mentre allunga la sinislraverso oggello non troppo chiaramente espresso, nella destra strrngeun gladio.

Vgl. W. Wackernagel in M. Haupts Zeitschr. f. DeutschesAltertbum Bd. 6 S. 156 ff.