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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
Entstehung
Seite
393
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Tiresias vor Oedipus *).

R. Röchelte Mon. ined. pl. 78.

Eine zum erstenmal edirte Vase des D. Aniello Sbanizu Neapel , die auf der Rückseite eine Stele hat mit einerVase darauf und zwei Baccliische Frauen, die eine mit Kranzund Tympanon, die andre mit Spiegel und Traube. In derobern Reihe ist Apollon mit der Laute, in der Mitte zwischenAthene und Demeter, neben welcher eine Lampe auf einerSäule brennt; sie selbst stützt sich auf ein Kästchen. Inder unteren sitztein Pontifex Rex, welchem durch dendie Function eines Hierophanten oder Mystagogen erfüllen-den Pädagogen ein Knabe zur Einweihung zugeführt wird.Auf der andern Seite eine Priesterin, die neben einem Was-serbecken länoyQavTfjQiov) steht und den mystischen Spie-gel hält. Da diesem Monumente das letzte Blatt des Textesgewidmet ist, so sind einige Spuren der Flüchtigkeit zuentschuldigen. Ist die Initiation nach Attischem Gebrauch, sokann der Knabe nichtein junger eingeweihter Daphnephorgenannt werden, sondern es ist von Myrte anstatt von Lor-ber zu sprechen. Die Attischen Formeln d /ivov/uevosdtp tOTiug, 6 7 laig hgog u. s. w. sind zum Theil keineswegsin dem von Böckh erklärten Sinne hier angewandt. Wieso ganz verschieden ist die von Gerhard in den AntikenBildwerken Taf. 51 edirte und als die Einweihung einesKindes erklärte Vase des Gargiulo in Neapel ! Von der un-srigen hat Müller in den Göttingischen Anzeigen 1834 S.

*) Rhein . Mus. 1835 III S. 626.