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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Tiresias vor Oedipus .

182184 eine Erklärung gegeben, welche volle und unge-teilte Zustimmung verdient, da sie nach einleuchtenden Um-ständen vollkommen und unzweifelhaft wirklich gegründet ist.Müller erkennt nemlich den blinden Tiresias, der von einemKnaben zu dem Könige Oedipus geleitet wird, um ihm Un-heil zu prophezeien; oben die Thebischen Götter Pallas Onkäa,Apollon Ismenios und Aphrodite. Aphrodite hat vielleicht zu-gleich Bezug auf den Stoff, auf die Liebesverbindung die sounglücklich sich entwickelte. Denn eben so sehn wir beieiner durch Theseus und eine Amazone angedeuteten Ama-zonenschlacht als die Attischen Götter in der oberen Reihezugegen Athene, Hermes und Aphrodite. Hier scheint Aphro-dite auf die Entführung der Antiope als die Frucht desKriegs zu deuten. Monum. dell instit. archeol. T. 2. tav. 13.

R. Rochette hält seine Erklärung fest in den Nouv. An-nales de lTnst. archeol. T. 2 p. 183, insbesondre die Anwen-dung der Attischen Formel o /ttvq&eig atp iariag, und inden Lettres archöol. 1840 p. 170 tritt er festerauf: er machtjetzt geltend dass in andern Bildern des Tiresias seine Blind-heit sichtbar sey, hier aber seine Augen offen stehen. Diessist richtig, nur nicht was hinzugesetzt ist, so offenbar seydie Figur hellsehend dass man selbst blind oder sehr zer-streut seyn müsse um sie für den blinden Tiresias zu hal-ten. Wenn gegen eine gewisse Erklärung sehr viel sprichtund für eine andre sich viele und alle Umstände vereinigenbis auf einen der ihnen zu widerstreiten scheint, so ist nocheinmal zu überlegen ob diess nicht etwa blosser Schein sey.Nun waren dem Tiresias die Augen nicht ausgestochen undeine Blindheit giebt es die man den Augen nicht ansieht,durch die Stellung und Führung des lorbergekränzten Se-hers ist die Blindheit hinlänglich ausgedrückt um einerEntstellung der Augen zum Kennzeichen entbehren zu kön-nen : es ist daher die gründliche Müllersche Erklärung noch