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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
Entstehung
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396
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Oedipus und Iokastc *).

Taf. XXIII, 2.

Seitdem ich meine Bemerkungen über die Bruchstückeaus dem Oedipus des Euripides mitgetheilt, ist mir ein Va-sengemälde zugekommen welches zur Bestätigung der dortversuchten Beurtheilung des Plans und Charakters dieserTragödie nicht wenig beiträgt und welches nächstens in denMonumenten des archäologischen Instituts Taf. 12 für 1834bekannt gemacht werden soll. Die Lucanische Vase worandieses bedeutende Bild vorkommt, wurde unter vielen an-dern von Panofka in einer Zeitschrift vor mehreren Jahrenbeschrieben 1 ). Er hatte sie mit einer andern im Jahre 1824in Neapel bei einem Spezereihändler angetroffen und be-merkt dassdiese beiden Vasen trotz ihrer hohen, weniggeschmackvollen Cylinderform in Absicht auf Composition,Ausdruck der Charaktere und Ausführung der einzelnenTheile zu dem Schönsten was man in Vasengemälden sehenkönne, gehören, und dass sie beide Scenen aus Tragödienzu enthalten scheinen. Die zugleich dort aufgestellte Er-klärung der hier vorliegenden Vase hat Panofka, wie er mirbei der Mittheilung der Zeichnung bemerkte, längst aufge-geben gehabt und der durch die Überschrift ausgedrücktenist er daher um so eher mit vollkommner Überzeugung bei-

ö ) Zeitschr. für die Altertbumswiss. 1834 Nr. 97 (die Bemer-kungen über den Oedipus des Euripides waren N. 49. 50 vorausge-gangen). Annali d. I. a. 1834 VI p. 297307.

1) Kunstblatt 1825. Der Aufsatz ist wieder abgedruckt in Ed.Gerhards Studien für Archäologie 1833 S. 180 182.