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pus stellt unser Gemälde vor; und aller Wahrscheinlichkeitnach wollte der Maler nicht eine Scene aus der Mitte her-aus, sondern das Ganze der Geschichte in einer Schlussscenevorstellen. Oedipus ist blind, beide Augäpfel sind verschwun-den , während sie desto sichtbarer an allen übrigen Perso-nen ausgedrückt sind. Das an der Erde liegende Schwerdtscheint, wenn wir die Etruskische Urne vergleichen, denUmstand der ausgeslochenen Augäpfel anzugehn, so wie diebeiden Räder gerade über den Armen des Blinden die Ur-sache dieses Unglücks anzeigen, den Streit mit dem Lai'osim Engwege wo die Reisewagen sich nicht ausweichen konn-ten. Dieser Gebrauch der Maler allerlei Nebendinge zu Zei-chen von wesentlichen, bei der Darstellung in Betracht kom-menden Umständen zu machen, ist sehr der Aufmerksamkeitwerth 6 ). Ausdrucksvoll, dem Gefühle des gänzlichen Un-glücks angemessen und wie zum Mitleid redend ist die Be-wegung beider ausgestrecklen Arme und der sinkenden Hände,eine Geberde die wahrscheinlich vom Theater selbst entlehntist. Dass auch in dem Gesichte Trauer und Verzweiflungsich auf das bestimmteste ausdrücken, bemerkt Panofka inder Beschreibung der Vase selbst. Eigenthümlich ist dieüber einer Phrygischen Mütze angebrachte goldne Krone.Das Unterkleid ist roth, die Schuhe gelb 7 ).
Zu den beiden Seiten des Oedipus sehen wir auch hierwie an der Etrurischen Urne lokaste und Kreon. Iokaste hat graues Haar und stützt sich auf einen Stab, der weissgemalt ist, wie Hekabe bei Euripides 8 ). Eine junge Diene-
6) So der Zweig der Siegspatme vor einer Quadriga , MiliinVases I, 24, Tarnen und Pateren über Oedipus und Anligone, diezum Allar in Kolonos geflüchtet sind, auf der Millingenschen Vase,ein kleiner Tempel neben Herakles um die Apotheose anzudeuten,S. oben S. 317 f.
7) Über das königliche Coslüm s. Millingen Peint. de Vases p. 9 not. 4.
8) Troad. 276 — u rpi roßäpovos äwopiva ßüxrQov yt^aioj
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