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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Oedipus und Iokaste .

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1 S. 714) und R. Rochette stimmte ihm vollkommen bei(Lettres archeol. 1840 p. 170). Müller wundert sich dassPanofka, da er die Schilderung der Hekabe aus Euripides berührte, nicht in derselben Tragödie den Gegenstand desGemäldes sogleich erkannt habe. Aber man hatte vorherdie Blindheit des Königs, die zwar kenntlich, aber fein aus-gedrückt ist und die mich an Oedipus denken liess, garnicht wahrgenommen. Auch die Deutung aus der Hekabeist übrigens gar nicht ohne ihre Bedenklichkeiten. Herum-tappen wie nach den Worten: /Sw, aiw, < r.tXow>bei dem Hervortreten aus dem Zelte der Troerinnen , worinPolymestors zwei Söhne gemordet und er geblendet wordenwar, scheint mir keineswegs entschieden in der Figur aus-gedrückt. Hekabe sagt bei seinem Herauskommen dass siesich entfernen, seinem furchtbaren Zorn sich entziehen wolle,und hiermit stimmt die weibliche Gruppe wohl überein.Denn dem Lucanischen Maler lässt sich nachsehn dass die-ser Hekabe des Euripides, der kalt listigen, blutigen Räche-rin, die kaum das Schwerdt weggeworfen hat, der beredtenAnklägerin des Polymestor vor dem Schiedsrichter Agamem-non der Stab auf den sie sich stützt, nicht recht angemes-sen ist: er konnte die Absicht haben dadurch die Greisinzu bezeichnen. Aber einen unverzeihlichen Fehler hätte erbegangen durch Auslassung der Leichen der beiden gemor-deten Knaben, auf welche Hekabe den Chor aufmerksammacht (1027), von denen Polymestor darauf in der Monodie spricht, auf welche Agamemnon hinweist (1094). Denn inder Erzählung dieser Rachethat fehlten sie gewiss niemalsund im Gemälde hätten diese Kinderleichen doch in derThat leicht Raum gefunden und sie hätten nicht bloss dieDarstellung der bestimmten Geschichte vervollständigt, son-dern ihr auch Kraft und malerische Wirkung gemehrt. Ohnediess, was immer ein grosser Anstoss bleibt, könnte manan den späteren Moment denken wo Polymestor und Hekabedem Agamemnon ihre Sache vortragen: wenigstens die festeStellung welche die Personen sämmtlich angenommen habenIII. 26