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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Oedipus und Iokaste .

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gen würde dass er es werden soll, dass den HellenischenKönigen aber ganz gewöhnlich eine Asiatische Königstrachtgegeben wird, wie dem Korinthischen Kreon auf einer derVasen von Canosa , dem Thyestes auf einer bei Millingenund andern. Aber was nach jeder möglichen Erklärungs-art seltsam und neu bleiben wird, das ist sowohl die Kürzedes Kleids und des Mantels als die Form dieses Königshuts.Etwas diesem ungefähr Ähnliches ist eine Art PhrygischerMütze mit einem ausgezackten Goldrand, der von unten aufhinten über sie hinstreift, z. B. bei Millin Vases 1, 46, indesselben Vases de Canosa pl. 3. 7 und ähnlich nicht selten.Ganz so wie der unsers Gemäldes ist mir kein Königshut,so wie überhaupt kein königlicher Anzug vorgekommen:beide scheinen willkürlich und phantastisch ersonnen zu seyn.Der Königshut übrigens und der königliche Mantel eines an-dern Thrakers, des Boreas, wie sie in Gerhards Auserles.Vasenb. Th. 3 Taf. 152, 3 zu sehen sind, kommen ausser-dem auch nicht vor und sind von denen des Polymestormöglichst verschieden, so dass ein Thrakisches Costüm injenen wenigstens nicht mit Sicherheit anzunehmen ist. Dochliegt in der Tracht des Königs der Hauptgrund dass ichmich jetzt für keine von beiden Deutungen bestimmt erklä-ren will: lassen uns ja nicht selten Lucanische und Apuli-sche Malereien in Zweifel und Ungewissheit. Nur muss ichdas Missversländniss meiner klaren Worte bei Müller p. 224.225. 228 auflüsen als ob ich nicht eine einzelne Scene, eineeinzige Hauptaction, sondern das Ganze der Tragödie Oe-dipus dargestellt gewähnt und vergessen hätte dass die Künst-ler aus Tragödien immer eine ergreifende Scene darstellen,die durch eine charakterische Composilion einen tiefen Ein-druck macht, und nichteinen Inbegriff (rösume) der Be-gebenheiten des ganzen Drama. Der Augenblick wo Oe-dipus über das Entsetzliche klagt das er erfahren hat,der Augenblick des Abschieds eines Königs und glückli-chen Gatten in eine vom Schicksal auferlegte Verban-nung ist wohl geeignet zu einem Gemälde, und die Haltung

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