Taf. XXVIII.
Der Sinn dieses Bildes verräth sich durch die oben (S.312) nachgewiesene Bedeutung der Tänia als einer Huldi-gung der Liebe, wie nach ländlichen Sitten der Apfel. Siebedeutet in der Hand des Odysseus nichts anders als ein Ein-versländniss und Liebesverhältniss mit der Priesterin, die ihmin nächtlicher Zusammenkunft das Palladium in die Handspielt. Theano hält einen Schlüssel als Priesterin, so wiedie auf einer Vase mit Aias und Kassandra hei Passeri 3,294, d’Hancarville 3, 57. Von der Kassandra selbst sagtEuripides Troad. 265 (time rixvov f ud'iovs xAj^-
Sag- Den Titel xA eid'ovyos, Schlüsselhalterin, hat Kallithyia,die Priesterin der Here, und eben so Io als Priesterin der-selben bei Aeschylus Suppl. 290, vgl. Spanheim ad Callim.in Cer. 45. Euphranor malte nach Plinius Cliduchoneximia forma: Phidias machte eine Athene Cli duchon,[vermuthlich mit Bezug auf den Blitz, s. Trilogie S. 279,Osann in der archäol. Zeitung 1850 S. 254]: Odysseus erscheint jugendlicher als gewöhnlich und ohne Bart ausdem Grunde weil ein Liebesverhältniss angedeutet werdensolle. [Unbärtig sehn wir ihn auch Annali T. 8 p. 269 s.]Ein Grabmal, ein beliebter Gemeinplatz der Poesie und Kunst,ist der Ort der Zusammenkunft. Das Weib welches daranüber der Asche ihres Genials trauert, soll ohne Zweifel An-
*) Annali d. Inst. a. 1832 IV p. 383 (die Abbildung schon 1830tav. d’agg. I)). Allgem. Scbuheit. 1831 II S. 607.