457
Odysseus und der Schatten des Tiresias .
Grube kauernden Odysseus, schickte sich nicht für das Ein-zelbild, das sich beschränkte auf Odysseus und den ihm na-henden Propheten. Es ist wohl zu denken dass zu diesemGemälde die Nekromanteia oder Nekyia des Nikias , der sielieber seiner Vaterstadt Ajhen schenken als von König' Plo-lemäus I sechzig Talente dafür nehmen wollte, das Urbildgewesen ist. Dass Nikias dem Homer folgte, sagt ein Epi-gramm des Sidonius Apollinaris 2 ).
Gänzlich verschieden von dem Gemälde unsrer Vasesind die wenigen früher bekannten Darstellungen derselbenScene. In dem Albanischen Basrelief, jetzt im Louvre 3 ), istein späterer Moment gewählt, für welchen der goldne Scep-ter bei Homer Anwendung fand *). Tiresias hat Platz genom-men, Odysseus , der seinem Spruche lauschend, vor ihm steht,hält das Schwerdt in der Hand, wodurch der Künstler ver-muthlich eher an den Gebrauch den davon Odysseus zumOpfer oder gegen die andern Schatten gemacht hatte, erin-nern als etwas Besondres in Bezug auf Tiresias ausdrückenwollte. Ähnlich ist Odysseus auf einem Etrurischen Spie-gel von Vulci, wo Tiresias aus der Schatten weit hervorge-gangen wie schlafend auf der Schulter des Hermes gelehntist, eigne Art die Natur der Schatten zu versinnlichen 4 ).
2) Anthol. Palat. IX, 792. (Plinius nennt irrig Attalus I).
3) YVinckelm. Mon. uned. tav. 157 Clarac Mus. de sculpt. pl.223 n. 250. Gal. mythol. CLXXV, 637. Böltiger Archäol. der Ma-lerei S. 347. Fast eben so ein Sardonyx der Dehnschen Sammlung.Visconti Opere diverse II p. 285 n. 398. Gerhard führt an Odys-seus in Unterredung mit Tiresias in einem Relief im Museum zuNeapel, bekannt gemacht von Arditi. Mir ist dort nur Odysseus undPolyphem , edirt von Arditi 1817, bekannt.
®) Minervini im ßullett. Napol. II p. 116 und Cavedoni im Bull,di Roma 1847 p. 74 behaupten den Scepter in der Hand des Schat-tens, wovon ich indessen nichts erkenne, auch in unserm Gemälde.
4) Mon. d. I. a, II tav. 29. E. Braun im Bullett. 1835 p. 122.Bunsen das. p. 158 s. Pater Secchi das. 1836 p. 81 und AnnaliVIII p. 65. Mus. Gregor. I tav. 33, 1. Gerhard Etrusk. Spiegel IITaf. 240.