Der geflügelte Dichter.
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Grabstele des Dichters Meleager (Anthol. 7, 421), das darumnicht von ihm seyn kann (auf ihn und von ihm ist verwech-selt worden), auch von Brunck abgesondert angehängt ist;das übrigens, wie Jacobs bemerkt, in der Art die Figurdes Grabsteins zu deuten eine Grabschrift des Meleager selbstoffenbar nachahmt. Die Figur deutete durch Spiess undEberhaut den Namen Meleagros , durch Flügel aber den Dich-ter an. Der Geflügelte kann nicht Eros seyn, weil diesernicht zum Grabe passt, nicht Kronos, weil dazu die Figurzu kräftig, nicht alt genug ist.
«AA* ciga, vui doxeia yäg, 6 yäe vnevegds ooyioTaseori’ av S'6 nregoeis xovvo/ia xovde Aoyoff.
Die von Jacobs gebilligte Übersetzung von Grotius : tu no-men, Sermo penniger, eius eras, als ob die geflügelte Figuran der Stele dieser gleichsam Sprache gebe und darum selbstmegoeig Aoyoe genannt werde, trifft sicher den Sinn nicht:sondern der nTtgöets A oyos muss das Attribut, die Flügelselbst bedeuten, welches den Namen Dichter (tovds aufoocpiarag bezogen) verräth, zeigt dass wir dem Verstorbe-nen den Namen eines Dichters zu geben, ihn unter denDichtern zu suchen haben. Nun wird noch — und diessmag dem Verfasser des Epigramms eher als dem Künstlergehören — die Doppelspitze des Speers auf Scherz undErnst gedeutet und dann die Folgerung aus allem zusam-men, Spiess und Eberhaut, Flügeln und Doppelspitze, aus-gesprochen dass Meleagros gemeint sey. Oder hat der Schrei-ber, der keineswegs untadlig ist, sagen wollen, die geflü-gelte Rede, durch Flügel angedeutet, gebe — in Verbindungmit den andern vorhergenannten Attributen — den Namendes Verstorbenen an die Hand. Das Epigramm für epi-deiklisch zu nehmen, wurden Heyne (Comm. Gotting. T. 10p. 120) und Huschke (Anal. er. p. 51) vermuthlich nur da-durch bestimmt dass diese Art von Symbolik weniger be-kannt war. Mit eben so viel Grund aber würde man alleEpigramme die sich auf Zeichen an den Stelen beziehen,für Erdichtungen halten; und es ist vielmehr anslössiger an