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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Antigone parodirt.

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dern die Antigone der Komödie, die nach diesem Bild noth-wendig vorauszusetzen ist, war eben so feige als in derTragödie unerschrocken und sie schickte daher, nachdemsie mit der Drohung die schwesterliche Pflicht trotz desVerbots zu erfüllen geprahlt hatte, einen allen Diener anihrer Stelle hin, der, dem zornigen Kreon unter Augen ge-stellt, um sein Leben zu retten, die Maske der Antigone sichabnimmt, wobei zugleich der verstellten Tapferkeit der An-tigone die Larve abfällt. Diess mag aus einer Hilarotragö-die genommen seyn der Art ungefähr wie der Tereus desLivius Andronikus , der aber Vorgänger in der GriechischenKomödie hatte. Aus diesem Tereus wissen wir nemlich soviel dass Philomele bei ihrer Schwester sich sehr rühmte,wie spröd und blöd sie gegen Tereus gewesen sey, undcs kam nachher heraus dass sie eine Amme mitgebrachthatte und also nicht erst auf der Reise mit ihm bekanntgeworden war (was erst neuerlich wieder missverstandenworden ist).

Wieseler, der in seinen Theatergebäuden Taf. 9, 7 S. 55 f.auch diese Vorstellung aufnimmt, sagt dass die vorstehenddargelegte Ansicht gewiss nicht die richtige sey.Die ver-meintliche Antigone oder der alte Diener an ihrer Stellewird keineswegs von dem Wächter oder Schergen herbei-geführt, vielmehr ist es augenfällig dass die letztere Persondie erslere fortzuziehen sich bemüht, während diese sichnach der Richtung des vermeintlichen Kreon hin zu bewe-gen strebt. Jedenfalls müsste man daran denken dass derStellvertreter der Antigone eben zur Strafe abgeführt wer-den solle. Freilich; aber diess scheint sich zu sehr vonselbst zu verstehn um der Worte zu bedürfen. Besonderswenn man auf die Beschränkung der Darstellung auf dreiFiguren und auf die malerische Convenienz eine weiblicheFigur zwischen zwei männliche oder umgekehrt zu stellensieht, wird man nicht mehr fodern als was auf solche Art