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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
Entstehung
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523
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Schmiede.

Taf. XXXYI.

Die hier zuerst bekannt gemachte Durchzeichnung voneiner Weinkanne aus Vulci ist von Emil Braun im Bullettino 1846 S. 67 besprochen und von ihm mir mitgetheiltworden. Das Gefäss war im Besitz des Prinzen von Ca-nino, nachher des Herrn Campanari in London und ist jetztiin Briltischen Museum. Die einfache Darstellung einesSchmiedeofens erhält durch das hohe Alterthum des Stylsund durch die Vergleichung die wir mit der merkwürdigenErzgiesserei der ebenfalls aus Vulci stammenden Kylix inBerlin in der späteren Art der Malerei 3 ) anstellen können,eine besondre Wichtigkeit. Der Ofen ist in beiden Gemäl-den im Ganzen derselbe, nur das oben darauf stehende Ge-fäss in dem späteren kleiner. Diess Gefäss wird von Ger-hard sehr unbestimmt Schmelzkessel genannt untf in derElite ceramogr. 1, 159 wird davon gesagt: ce vase paraitbien etre destine ä contenir le mötal en fusion. Da aberin der Schmiede nicht von geschmolznem, in Formen zugiessenden Metall die Rede seyn kann, so muss auch dortdie Bestimmung dieses Gefässes eine andre gewesen seyn.Vielleicht ist es nur der oberste Theil des Ofens dem mander Zierlichkeit wegen diese Form zu geben pflegte. Inden Kohlen unten wird in der Erzwerkstätte von einem et-was entfernt sitzenden Gesellen mit einem Haken an lan-ger Stange gerührt. In der Schmiede hat aus ihnen der

1) Gerhards Trinkschalen des k. Mus. in Berlin Taf. XII. XIII.