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Eben so verhält es sich mit einigenAquedükten, an denen, außerdem Mauer»werk, keine sonderlichen KunsischSnheilen vor-handen. Zumal wenn sie etwas groß mo»dellirt sind, erhalten sie ein brctcrnes An-sehen, welches alle Illusion stört. So er-innere ich mich, irgendwo das Modell einesverschütteten Amphitheaters gesehen zu ha»ben, an dem man nur die einförmigen Aus«senseitcn sehen konnte, was Ekel und Lau«gewcile erregte. Freilich sind dergleichenModelle früher vollendet, aber ihr Genußist auch bald dahin. Man lasse sich daherkeine Mühe verdrießen, ein altes Monu-ment aufzusuchen, an dem recht viele Sän»len, Simse, Inschriften, Basreliefs demAuge überhäufte Beschäftigung geben; derGenuß eines solchen Kunstwerkes ist über»schwcnglicher Lohn für die Mühe. Manwähle Gebäude, die durch Kunst im Klei«neri, wie im Großen, tmponiren. Je in»ereffanter das Gebäude, desto schätzbarer'