Band 
Erster Theil.
Seite
100
JPEG-Download
 

tzos Einleitung.

WeneeSlaus, der dnrch unmäßige Wollüste ganzviehisch geworden, und in eine Art von Rasereyverfallen war, wurde damals von den böhmischenStanden gefangen gehalten.

2) Schien dieses Recht der Investitur, wet*ches der Kaiser über verschiedne italiänische Staa-ten behauptete, nur wenig Betrachtung zu verdie-nen; eö war in eine Art von Wucher verartet.Die kaiserliche Kanzley verkaufte Jedem, der dar-um ansuchte, dergleichen Investituren, die nur fürdenjenigen einen Werth hatten, der ihnen einenWerth geben konnte, ungefähr wie in den französi-schen Kanzleyen alle Gattungen von Patenten aus-gefertiget werden, welche die Registrirung des Par-laments allein gültig machen kann. Bisweilenauch bestritten die Kaiser selbst die Rechte, dieaus ihren Investituren entsprangen, wenn ihr po-litisches Interesse es verlangte. Der Kaiser Ma^>ximilian gab Beyspiele von allen diesem. Er hattedem Ludwig Sforza eine Investitur über das Her-zogthum Meyland gegeben, die sie auf alle seinerechtmäßigen Erben erstreckte. Verschiedne Jahredarauf, aber noch bey Lebzeiten desselben Ludwig

Sforza

die Vermahlung geschah IZ8Y, und Wenceslaus wurdeerst rzyz gefangen gefetzt. Aus diesen Jahrzahlenkann man schlössen, daß ohne die Gefangennehmungdes Wenceslaus der Vertrag von Niemand würde be-stächet worden seyn, und deswegen vermuthlich dieRechte, die er gab, nicht weniger gültig gewesen seynwürden.