Einleitung. m
zu brauchen, um es wieder zu erlangen? Würdenicht Italien beständig von den Uneinigkeiten dieserbeyden eifersüchtigen Machte zerrissen werden, undsich gezwungen sehn, an ihrem Streite Theil zunehmen, und ihren Absichten gemäß sich zu tren-nen? Würden die Staaten, die mitten in Italien ,lagen , nicht unaufhörlich feindlichen Armeen denDurchzug gestatten müssen, den Verwüstungen aus-gesetzt seyn, die von diesen Durchzögen unzertrenn«lich sind, und selbst nur zu oft der Schauplatz desKrieges werden? Die Neutralität war unmöglich;die Freyheit und die Ruhe schienen Italien auf ewigzu verlassen; Meyland in französischen Händenwar die Losung einer ewigen Zwietracht. Manmußte sich also mit Maximilian Sforza wider diesefremde Macht vereinigen.
Aber dieses allgemeine Interesse bekam beson-dre Bestimmungen nach den besondern Absichten je-des Staates.
Die Gefahren, die wir eben beschrieben harben, schienen vornehmlich den Pabst und die Flo-rentiner zu bedrohen, deren Staaten zwischen demHerzogthum Meyland und dem Königreiche Neapellagen; aber diese Gefahren waren entfernt, unge-wiß, andern Staaten gemein. Besondre Vor-theile beschäfftigten jene beyden Staaten, Vortheile,die gegenwärtig und zu stark waren, um ihnenviel Aufmerksamkeit auf etwas andres zu lassen;sie hatten ihr Augemerk auf die beyden größten po-litischen Gegenstände, Freyheit und Gewalt.
Florenz