iz6 Einleitung.
Nach diesen unrechtmäßigen Eroberungen, nachden Mitteln, die gebraucht wurden, sie zu erhalten,kann man sich einen Begriff von Ferdinands Cha-rakter machen. Er hatte das Glück, ohne persön-liche Tapferkeit Eroberungen zu machen, und ohnewahre Feinheit zu betrügen. Seine ganze Politikwar, alles zu versprechen, und nichts zu halten.Diese Politik ist gleichwohl von den Spanischenund Italiänischen Scribenten sehr gepriesen worden,und man muß gestehn, daß die Wirkungen sie zurechtfertigen geschienen haben. Guicciardin sagt,daß nichts den Ruhm dieses Königeö würde be-flecke haben, wenn er sein Wort mehr gehaltenhätte. Man könnte von den französischen Geschieht-schreibern argwöhnen, daß ein wenig Leidenschaft inden Vorwürfen wäre, die sie ihm machen, wenner nicht selbst sich seiner Treulosigkeit gerühmt hätte.Er hatte beständig den Grundsaß im Munde: denVortheil für mich, die Gefahr und den Auf-wand für meine Bundesgenossen. Man sagteihm, wenn man ihm schmeicheln wollte: der Kö-nig von Frankreich giebt vor, daß er IhreMajestät zweymal betrogen hat'). Zum Teu-fel , versetzte Ferdinand mit der unanständigstenGrobheit, er lügt, der Trunkenbold; ich habe
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