Pr Erstes Buch.
Doch wie dem auch seyn möge, so kam derMarschall von lautrer an seine Stelle; er hatteRechte darauf*), aber man giebt vor, daß beydieser Gelegenheit die Schönheit den Preis der Ta-pferkeit erlangt >), und daß die Reizungen seinerSchwester, der Gräfinn von Chateau. Briand,mehr vermocht haben, als seine Dienste. Schon,sagt man, hielt das Ansehen dieser Maitreße demAnsehen der Herzoginn von Angouleme das Ge-wicht,
*) Oder de Folx, Herr von Lautrer, Marfchall vonFrankreich, war ein Geschwistersohn und der Krtcgs-gefahrte des berühmten Gaston de Foix. In derSchlacht bey Ravenna blieb er fast allein bey diesembraven Gaston, da eine verwegne Hitze des Muthesihn dem Tode entgegen trieb; nachdem er ihn durchBitten und Geschrey vergebens zurück zu halten ge-sucht hatte, stund er ihm so sehr bey, als man einemetnjigen Manne wider zween tausend beystehn kann;er rief den Spaniern zu, indem er sie bestritt, undvon ihm abhielt: Halter ein, todter ihn nicht, esist der Bruder eurer Roniginn. Er selbst, mitmehr als zwanzig Speerstößen durchbort, blieb fürtodt neben dem Gastoi, liegen. Aus dieser Gefahr ge»rettet, hatte er nachher mit vorzüglichem Ruhme unterdem Connetable, der ihn liebte und hochschätzte, im Mey-landischen gedient. Die Wunden, die er in derSchlacht bey Ravenna im Gesichte bekommen hatte,verunstalteten ihn, und diese rühmliche Ungestaltheitgab ihm eine trotzige und schreckliche Miene, die seinCharakter nicht verleugnete-l) Lel«,r. 1. 15. n. zz.