Erstes Kapitel Z15
rinker tausend Hindernissen, das Gebäude seinerGröße. Man wußte noch nicht, was er einst seynwürde, er harke weder die Pracht noch den Ruhmzu suchen geschienen, und indeß da Franz dermit dem Glänze seiner Feldzüge ganz Europa blen-dete, saß Carl unbekannt und verborgen in denNiederlanden, warnte seine Nachbarn nicht vorseinen künftigen Thaten, erhielt sich in Friedenmit ihnen, vertheidigte sich wider den Herzog vonGeldern, und griff ihn nicht an, schwur Franz demI. einen ehrerbietigen und kindlichen Gehorsam, ver-sicherte sich der Freundschaft des Königes von Eng-land, indem er dem hochmükhigen Wolsey dieschmeichelhaftesten Ehrenbezeigungen verschwendete,beugte durch eine gelinde und kluge Regierung denEmpörungen seiner widerspenstigen Unterthanenvor. Die Politik seines Großvaters Ferdinandwar ihm günstig gewesen, indem sie ihm die spani-sche Monarchie unzertheilt nachließ; das Werk zukrönen, mußte Maximilian auch die kaiserlicheKrone mit den Erblanden des österreichischen Hau-st« auf ihn bringen. Dieß war damals der großeGegenstand der Unterhandlungen des spanischenHofes.
Diese Unterhandlungen wurden von dem Hassedes Cardinals von Sion kräftig unterstützt, der denFranzosen wenigstens durch Ränke noch schadenwollte, da er Europen wider seinen Willen in Frie,den sah, und sie nicht mehr mit Armeen besircitenkonnte. Er hatte schon den Kaiser zu dem Ent-schlüsse gebracht, seine Krone mit der Erbfolge in
1518.