Drittes Kapltes. 455
Landes, der zwischen der Schärpe und der Scheibe e-"->liegt, verwüsten wollten, im Vorübergehn ein be« izrr«trächtliches Corps Kaiserlicher, an demselben Orte,wo lm vorigen Jahre die französische Armee mit soviel Gefahr über den kleinen Fluß Ry gesetzt hatte.
Der junge Franz von Lothringen *), dem der Ruhmaufbehalten war, Calais einst an Frankreich zurück,zubringen, und die Engländer gänzlich aus den fran.zösischen Staaten zu verjagen, war damals sechzehnbis siebzehn Jahr alt; er that seine ersten Diensteunter dem Grafen von Guise, seinem Vater, undgab bey diesem Vorfalle Kennzeichen von dem, waswas er einst seyn würde. Er sah sieben oder achtfeindliche Reuter, die sich in einen Wald zurückzogen,er flog ihnen noch, entschlossen sie anzugreifen, undversichert, sie allein zu überwinden; ein wahrhaftigfranzösischer Einfall, der in einem Alter, dem dieVerwegenheit erlaubt ist, Bewunderung verdient.
Er mußte nothwendig unter der überlegnen Anzahlunterliegen, da ihm Martin du Bellay mit zehn oderzwölf Reutern zu Hülfe kam, und ihn rettete. Mar-tin du Bellay, der diese Begebenheit in seinen Me»moirs erzählt, giebt dem jungen Prinzen das Zeug-uiß: „daß, wenn er den Ruhm nicht haben konnte,
„ allein zu überwinden, er wenigstens den Ruhm ge.
„habt hat, zuerst anzugreifen, und nicht eher von
Ff 4 „der
*) Er hieß damals der Graf von Anmale, und so wer-den wir ihn auch in der Folge dieser Geschichte nen-nen. Er war ein Sohn des Grafen, nachmaligenHerzogs Claudius von Guise.