Erstes Kapitel. 69
ditis und Wolsey hatten mit einem Male alle Vor-!»heile, und zum Besten des Adrians ward nicht ei-ne Stimme gehört: inzwischen gewann doch keinerder Competenten völlig und unwiederrufiich; eineallezeit feine Intrigue verband die Wahlstimmen,und rechnete sie auf tausenderley Art zusammen, wo-von doch keine entscheidend war.
Die Cardinäle wurden endlich über diese un-nütze Ebbe und Fluch von Stimmen verdrießlich;hie Partey des Adrians glaubte nunmehr, siehätte alle Stärke, der sie bedürfte: und nun tratein Cardinal auf*), und ernannte plötzlich, alswenn er begeistert wäre, den neuen Pabst: Erwarbden Augenblick von dem Cardinal von St. Sirtusunterstützt; dem folgten die Cardinäle Colonna,Cavalieri, Monti, Frustio und andre. Er hattealsobald sechs und zwanzig Stimmen, alle von derPartey des Kaisers: dies waren also schon mehrals zwey Drittheile; die andern Cardinäle, dieumdies Geheimniß nicht wußten, sahen die Mehrheitder Stimmen so vollkommen entschieden, daß siedie ihrigen gleichfalls gaben: und also geschah dieWahl eines Pabstes, der auf die Krone den we-nigsten Anspruch machte, und auch nicht machenkonnte, mit einer einstimmigen Bewilligung. AlleCardinäle, selbst diejenigen nicht ausgenommen,die um dies Geheimniß nicht wußten, erstaunten,einige ärgerten sich darüber: die Römer wurdendadurch gedemüthiget und erbittert. Wie dieE z Car-
*) Bethunische Handschriften in der Bibliothek des
Königs von Frankreich No 8;oo. Fol. 95.
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