»8 Zweytes Buch.
e->c-> Damals schien der König zum ersten Male dieizrr tiefe Ehrerbietigkeit aus den Augen zu sehen, dieer seiner Mutter jederzeit bewiesen hatte: er eiletenach ihrem Zimmer, er warfeinen grimmigen Blickauf sie, und sagte: „Also ist es ihr Geiz, Madame,dem ich den Verlust des Meylandischen, und denRuin meiner Angelegenheiten zu danken habe >) ?„Die Herzoginn, die so eines Tons wenig gewohntwar, fahrt auf, läugnet alles, beschuldigt den Ober-aufseher einer Tollheit, und verlangt, daß er vorihr erscheine. Er kömmt, wiederholt, was er ge-sagt hat: die Herzoginn straft ihn ungescheut derjügen, und fodert Rache über seine Verläumdung.Man stelle sich vor, mit welchem Stolze und mitwie vielem Vortheile, ein Weib, das alles vermochte,eine Mutter, die allezeit verehrt war, in der Ge-genwart eines Sohns, der ihre Autorität über sichfühlte, einen Minister demüthigte, der keinen Bey-stand hatte, und dem der Respect, die Furcht, dieErstaunung die Zunge band, daß er seine furchtsameVertheidigung kaum herstottern konnte. SeineBestürzung schien wider ihn zu zeugen, und derKönig, der lieber den Oberaufseher, als seine Mutterfür schuldig halten wollte, ließ ihn gefangen in dieBastille sehen, und verlangte, daß sein Proceß mitäußerster Scharfe betrieben werden sollte.
Bis hieher hatte Semblanzay allezeit einenehrlichen und unbefleckten Namen getragen; unterallen Ministern, denen die gefährliche Verwaltung
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