Fünftes Kapitel. 125
Alle Zuschauer dieser Hinrichtung wurden vonAbscheu und Schmerzen erschüttert. „Ist das, rief„man, der Vater des Königs, und des Volks ?„Welches Exempel der unbeständigen Gnade derKönige! welches Denkmaal der Ungerechtigkeitund Barbarey!
Di^ Gemüthsfassung, mO welcher dieser vor-nehme Unglückliche sein Schicksal ertragen, wirdnicht auf einerley Art erzählt.
Einige behaupten, er sey als ein Weiser, als einchristlicher Held gestorben, der in einem ungerechtenTode triumphirk, und ohne die flüchtige Glückselig-keit des Verbrechens zu beneiden, sich in seine Un-schuld einwickelt, unV ein besseres Schicksal in ei-nem glücklichern Vaterlande erwartet. Sie stel-len selbst seine unerschrockne Gelassenheit Mit dembestürzten niedergeschlagenen Gesichte des Lieute-nant-Criminel Maillard, der ihn zum Gerichte führt,in eine rührende, und -dem Semblanzay rühmlicheVergleichuug *).
Andre
*) Dieser Contrast hat dem Marot Gelegenheit gege-ben zu einem Sinngedicht gegen den Lieutenant Cri-minel: es ist unter den Sinngedichten dieses Poe-ten das vierzigste, und führt den Titel: vpn demLieutenant-Criminel, und dem Semblanzay:
I-orsgue kkrillirä, ^uße ä' Lnker, menoit^ klontkru^on 8embl»n;s^ l'Lme renäre,
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