Sechstes Kapitel. 195
als rechtschaffen und redlich gehandelt: errühmte sich seiner Dienste. Ich habe dem Kö- rzrznige allezeit aufweine Kosten gedient, sagte er.
Er beklagte sich, daß ihn die ganze Welt verließe.
Meine Freunde , rief er aus, lassen mich imStiche, da ich ihrer am meisten bedarf,legte man ihm Fragen vor über den vorgegebenenFrevel gegen die Person des Königs und seiner Kin.der, so gerieth er in Wuth, und stieß die stärkstenFlüche und Schwüre aus. Er quälte, er ängstigtesich; er überließ sich dem ganzen Schrecken seinesSchicksals: seine Gesundheit nahm merklich ab.
Der Urtheilsspruch, der ihn der beleidigten Maje-stät schuldig erklärte, verurtheilte ihn aller seinerEhren verlustig, und verdammte ihn den Kopf zuverlieren. Es ward den 16 Jan. 1524 gefallet.
Diese Sentenz befahl überdem noch, daß dieser Un-glückliche, ehe er zum Gericht ausgeführt würde,auf die Folter gespannet werden sollte. Man muß-te wegen seiner Krankheit die Vollziehung aufschie-ben : der König schien über diese Verzögerung un-willig , und den i^ten des folgenden Hornungs kamder Kanzler, abgeschickt vom Könige, in das Par-lement, und drang auf die Vollstreckung des Urtheils.
Den i^ten ließ man den Arzt des Parlements ho-len, und der versicherte, der Kranke würde die Tor-tur nicht aushalten. Der Kanzler wollte, mansollte ihn darauf bringen, und wenn er auch denGeist darinn aufgeben sollte: das Parlement dachtemenschlicher, und war einer andern Meynung: St. -Ballier ward nur zur Folter geführt: aber nichtN 2 darauf