Neuntes Kapitel. 291
und zugleich einen Brief, in welchem er ihm mel-dete, daß der Rest der Besoldung, die die Lattöque- ,^4nctS zu fordern hätten, in dem kaiserlichen Lagerbey Lodi stünde, und daß man die ganze Summeder Gefahr, von den Franzosen erbeutet zu werden,nicht hätte blossiellen wollen. Dieser kleine Vor-fall belebte von neuem die Freude, das Zutrauen,und die Einigkeit in Pavia. Die großmüthigenSpanier wollten den Antheil, den sie an diesen dreytausend Ducaten fodern konnten, aufopfern, da-mit die Lansquenete desto mehr davon ziehen möch-ten; und diese ließen sich gleichfalls vom Ehrgeizekützcln, und verlangten, die Spanier sollten mitihnen theilen. Man beschuldiget den Leva, er habeVerbrechen und Arglist vereiniget, die Ungeduldder Lansqucnets desto sicherer zu befriedigen ">).
Man sagt ihm nach, er habe durch Gift den Todihres ersten Generals d'Azarnaö, beschleuniget, weiler ihn im Verdacht gehabt, daß er seine Truppenzum Aufruhr aufwiegelte, und ein geheimes Ver-ständniß mit den Franzosen unterhielte ").
Diese flüchtige Begeisterung von Muth, diedurch die erhaltene Zuführe gestiftet war, verrauchtegeschwinde. Es fehlte allezeit an Gelde,und das Mur-ren und die Meutereycn der LansquenetS stetigen vonneuein an. Leva hatte von dem Unterkönige nichtsmehr zu hoffen, man konnte nicht allezeit Fässer vollGeld durch ein feindliches Lager stehlen. Leva
T 2 wagte
m) Ltilcar. lädr. iZ. n. ig.
n) New. I^lvr. 2.