Neunntes Kapitel. Z05
man den König , und die Krone dem Ausschlage e->(-»eines allgemeinen Treffens blos stellen dürfte. Ueber 1524
diesen Punkt ward ein großer Rath gehalten. Indemselben wagten es alle diese alte Feldherren, dieunter Karl den Vlll. Ludwig den XII. Franz den l.so viel Ruhm erworben hatten, die Ludwig Dars,die Sanseverinen, ie Galliots von Genouillac, derMarschall von Chabannes, der Marschall vonFoix selbst, so jung und brausend er war, undsonderlich der berühmte la Tremoille, den seine Sie-ge und Unglücksfälle unterrichtet hatten; und schlu-gen vor, die Belagerung aufzuheben, eine Schlachtzu vermeiden, und sich nach Binasco zu ziehen. DieVorstellung der schrecklichen Folgen, die ein verlohr-nes Treffen nach sich ziehen würde, war ihnen un-erträglich ; sie sahen die Truppen geschwächt, er-müdet, niedergeschlagen; sie fühlten, sie würden esmit Völkern zu thun haben, die nichts weder vonden Beschwerlichkeiten einer langen Belagerung,noch von der Härte einer rauhen Jahreszeit gelit-ten hatten. Die Kaiserlichen fänden ihren Vor-theil in einer Schlacht, denn es fehlte ihnen anGelde, und sie könntxn sich nicht schmeicheln, dieLansquenets lange bey sich zu sehen, die blos in derHoffnung einer baldigen Schlacht in kaiserlicheDienste getreten wären. Die Franzosen hingegenmüßten in sichern Posten abwarten, bis dieser Stromvon selbst abliefe. So ein kluges Zaudern würdeder französischen Armee die Ruhe geben, die ihr sonöthig wäre, und denen Verstärkungen, die manaus Frankreich, aus der Schweiz, und selbst ausII. BüNd. U Italien