Band 
Zweyter Theil.
Seite
332
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Zweytes Buch.

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Schlosse von Pavia einschließen, und schlug, wieizrz man sagt, ein hundert tausend Thaler au6, die erihm für sein Löstgeld anbot. Diese uneigennützigeTreue des Pescara droheke dem Könige von Na.varra mit einer schwarzen Zukunft. Eine Staats.Ursache, die Quelle so vieler fast nothwendigen Un-gerechtigkeiten und Grausamkeiten, schien dem Kai«ser nicht zu erlauben, daß er einen Fürsten in Frey.heit sehte, dessen Krone sein Großvater mit Gewaltan sich gerissn hatte. Der König von Navarraergrief andre Maaßregeln aus seinen Banden zu enk.fliehen; er bestach zween von seiner Garde, und diebegünstigten eine List, die zwischen ihm und seinem Pa-gen Vives abgeredet war. Dieser kam einen Mor«gen in die Kammer des Königs von Navarra, ihnanzukleiden: der König zog das Kleid des Pagen an,und dieser legte sichln statt des Königs in fein Bet-te. Der verstellte Page gieng, ohne erkannt zu wer-den, durch die Hauptwache, und traf außer demSchlosse Pferde an, auf welchen er eilfertigst denWeg ins Plemontesische nahm. Damit Vives sei-nen Herrn um so viel mehr Zeit gewinnen lassenmöche, stellte er sich anfangs, wie man in die Kam.mer kam, an, als ob er schliefe: nachher gab er eineUnpäßlichkeit vor, und hielt die Vorhänge bis aufden Abend zugezogen. Endlich nahm die Unruheüberhand, und man vergaß der Achtung gegen einenkranken König: der Capital« von der Wache kamselbst, öffnete den Vorhang, und sah den Vives.Man verziehe, sagt Varillas, seiner Jugend; war.um nicht vielmehr seinem Eifer? Vives hatte seine

Pflicht