Band 
Zweyter Theil.
Seite
376
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Z76

1525

Zweytes Buch.

Die Venetianer traten in dies Bündniß mitFreuden, ohne Rückhalt und ohne alle argwöhnischeBehutsamkeit.

Die Ligue fieng eine Unterhandlung mit Frank»reich an. Ein seltsamer Zufall hatte diese Jntri»gue beynahe gestört, und das ganze Project in seinerGeburt erstickt. Ein Unterhändler, den die Liguegeheimnißvoll nach Frankreich abgefertigt hatte, kamnicht wieder zum Vorschein, und man hörte nichtsweiter von ihm. Man wußte nicht, was man da»von denken sollte: die verbundenen Machte waren inVerlegenheit, und der zitternde Pabst zweifelte nichtdaran, daß er mit seinem Austrage in die Hände derKaiserlichen gefallen wäre: der Argwohn fiel auf denPescara, als ob der ihn hätte beym Kopf nehmenlassen. Endlich erfuhr man, daß dieser Courier anden Ufern des Sees Jser, im Brescianischen, vonStraßenrändern ermordet wäre. Man fertigte an»dre Couriere ab, die waren glücklicher, und brachtenden Entwurf der Ligue nach Frankreich. Die Her-zoginn von Angouleme versprach, in der Ueberzeu-gung, daß dies ein Mittel seyn würde, die Freyheitihres Sohns zu befördern, alles mögliche anzuwen-den, und fünf hundert Lanzen und Geld nach Italienzu schicken.

Inzwischen bewies Pescara einige Unruhe, undbat um Erlaubniß, die berühmtesten RechtSgelehrtenin Rom und Meyland ernstlich um Rath zu fragen,und ihr Bedenken über die Frage einzuholen, ob ermit gutem Gewissen seinen Herrn verrathen, seineSoldaten umbringen, und ihm ein Königreich ent»

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