Band 
Zweyter Theil.
Seite
379
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Eilftes Kapitel. 379

Bündniß einließ: und dies diente zu einem Vor.wände. Die Umstände waren günstig: Pestarscommandirte eine mächtige Armee in dem Meyländi-schen: der Herzog von Meyland war gefährlich, und,wie man glaubte, tödtlich krank, und außer Stand,etwas zu thun; aber Morone handelte für ihn, undPefcara kannte alle Fähigkeiten und Ränke diesesschlauen Ministers: er suchte sich seiner zu versichern,nicht allein, um desselben Beystand dem Herzoge vonMeyland zu rauben, sondern ihn so gar durch seineneigenen Minister des LehnverbrechenS, dessen dieserunglückliche Fürst beschuldiget war, zu überführen.

Pescara lockte den Moräne in eine Schlinge, diefast unvermeidlich war. Man wußte noch nicht,daß Pescara die Ligue verrathen hatte, man sah nurin seinem Betragen eine Unschlüßigkeit, einen Man«kelmuth, den der unschlüßige Morone gern heben woll«te, Pescara ward zu Novara durch eine ziemlichschwere Krankheit aufgehalten, die ihn aber im ge-ringsten nicht hinderte, seinem Projekte nachzudenken:er hatte hier so viel Truppen zusammen gebracht, alser nur konnte, und ließ Morone bitten, er möchte zuihm nach Novara kommen, damit sie beyde die letzteHand an den Tractat wider den Kaiser legen könn«ten. Morone wird über dieses Ansuchen stutzig, erüberlegt, er fürchtet, sich in sein Verderben zu stör«zen, wenn er hingeht; er fürchtet den Pescara zu er-zürnen, wenn er nicht hingeht. Sein Muth undseine Treue für seinen Herrn behalten die Oberhand,und er geht nach Novara. „Diese Entschließung,,,sagt Guicciardino, befremdete mich um so viel

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