66
Fünftes Buch.
sondevlich die, daß die Ausführung dieses Ent»rvurfs ungeheuere Geldsummen kosten würde: derCanzler war unbesonnen genug, daß er dieseSchwierigkeit heben zu können wagte, und demKönige zu verstehen gab, daß er wahrend seinesAmtes unermeßliche Summen gesammlct hätte").Der König konnte seinen Unwillen darüber nichtbergen: und von der Zeit an rang gleichsam derCanzler beständig mit der Ungnade des Königs,und hakte genug damit zu thun, daß er den äus«serlichen Schein rettete. Er starb den 9 Juliusl 5 z 5- auf seinem Schlosse Nantouillct. Gleichnach seinem Tode fodcrte der König dessen Erbenein gezwungenes Darlehen von ein hundert tau-send Thalern ab; und die nahmen steh wohl in acht,daß sie es hätten versagen sollen: zu glücklich, daßsie auf diesem Preise die unmäßige Beute behiel-ten, die er ihnen ließ.
Seine Stelle ward dem Parlemcntsprästden-reu, Anron dü Bourg -P übertragen.. Diesemfehlte es an Zeit seine Geschicklichkeit zu zeigen,oder sein Ansehen zu befestigen. Wie IsZ8« bcr.König die Stadt Laon besuchte, so war das Ge-dränge des Volks, das ihn zu sehen wünschte, sogroß, daß der Canzler dü Vourg, der in desKö-nigs Gefolge war, von seinem Maulesel gewor-fen, und von den Pferden grausam zertreten undzerquetscht ward Sein
*) Bey dieser Gelegenheit machte man die bekannteAnspielung: 8sr Pi-Ata bi! srunr.
s) Du tt'neine l-Iiti. Ldsncell.äeOsräez cle;
**) Er starb nicht den Augenblick, sondern turzeZeit
nachher, l