Band 
Vierter Theil.
Seite
107
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Zweytes Kapitel. 127

wieder nach Turin geschickt, habe er ihn inständiggebethen, ihm zur Überraschung dieser Hauptstadtbehülflich zu seyn. „ Wenn ihnen, sagte der Rich-„ rer dem düBellay, mein Vorschlag gefallt, so„ können wir demselben eine unvermeidliche Schlin«„ ge legen. Ich will ihm melden, daß ich, als„ ein Richter von Turin, im Stande sey, ihm„ die Eroberung ch'cfts Platzes zu erleichtern: er„ wird mit mir alle Maaßregeln verabreden müs-„ sen ; ich will ihnen dann von allen Nachricht„ geben, und sie können sich also vom du Guast, und„ seinem bey sich habenden Haufen Meister machen."

Dreß Anerbiethen war verführerisch, und einleichtsinniger Kopf, hätte es ohne weitere Prüfungangenommen. Du Bcllay ließ es vorerst dabeybewenden, daß er seinen Eifer rühmte, seinenEntwurf billigte, ihm unter Todesstrafe das Still»schweigen und vorerst stille zu sitzen befahl, undihm sagte, er würde ihmeinenWink geben, wenncö Zeit seyn würde, weiter zu gehen. DüBellayerwog, daß dieser Richter arm war, daß erschöne Töchter hatte, deren Tugend zweideutigwar, und daß er von dieser Seite die größte Ur-sache hätte mißtrauisch zu seyn: daß dieser Richterselbst verschiedene geheime Verständnisse, undVerbindungen mit den Kaiserlichen hätte: er gabdeswegen auf sein Betragen genauer acht, um-gab ihn mit Spionen, und ficng seine Briefe auf.Man ward einen derselben habhaft, in welchemder Verrächer dem dü Guast schrieb: „ Langey„ist nicht mehr, und ichkan ihnen Turin liefern".

Darauf