Zweytes Kapitel. 109
Cäsar von Neapel machte glekchfals einen An-schlag auf Turin, und sein Name sagt uns schonvoraus, daß er mislang: er glaubte zween Fran-zösische Soldaten, die seine Gefangene gewesenwaren, gewonnen zu haben: diese sollten ihm ei-nes von den Bollwerken liefern: aber sie gabendem dü Bellay eiligst Nachricht davon, und dieseNachricht war aufrichtig. Dü Bellay, der ihrerTreue versichert war, befahl ihnen, ihre Unter-handlung mit Casarn von Neapel fortzusetzen:und sie brachten drey Spanische Soldaten, dieman ihnen geschickt hatte, das ermeldeteBollwerkin Augenschein zu nehmen, in die Stadt; düBellay nahm die weisesten Maasregeln, nicht al-lein das Spanische Corps, daß diesen Entwurfausführen sollte, zu umringen, und niederzustos-sen, sondern sich selbst von Ulpiano, dessen Gou-verneur Cäsar von Neapel war, während derZeit Meister zu machen, wenn dieser mit seinerGarnison, in der Hofnung Turin zu überraschen,herausgegangen seyn würde. Dieftr Entwurfwar wohl würdig ausgeführt zu werden, und unsbeucht, dü Bellay wich etwas von dem Eifer fürden Dienst des Königs ab, der sein Haus allezeitso vorzüglich unterschieden hatte: er zog itzt seineeigene Angelegenheiten, den Bedürfnissen desStaatS vor, und reisete bey Gelegenheit des To-des seines Bruders nach Paris, ohne den Tagder Ausführung zu erwarten, ohne selbst den:Boutieres, Gouverneur von Piemont, nachdemMonneins, dem er bey seiner Abreise die Befehls-haber.
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